Knapp zwei Stunden feinsten Kabaretts hatte die Kulturbeauftragte Inge Zensen wieder einmal nach Halver geholt – die Standing Ovations am Ende zeigten, dass sie einmal mehr den „richtigen Riecher“ für das sauerländische Publikum hatte.
Zu Beginn der Show erklärte Zensen, dass die Besucher trotz des auf den ersten Blick schwierigen Themas „die Sorgen da draußen gelassen haben, die sehen wir erst nachher wieder“. An diese Anmoderation knüpfte Wopp nahtlos an, er werde „alles dafür tun, dass die Sorgen draußen bleiben.“ Dieses Versprechen konnte der Wahl-Berliner genau so gut halten wie das nächste: er werde dem Publikum „heute Abend so viele, wunderbare Fremdschäm-Momente bereiten“.
In der ersten Hälfte zeigte sich Wopp bewusst gesellschaftskritisch und teilte nicht nur gegen sämtliche politische Parteien jeglicher Coleur aus, sondern auch gegen „die Jugend von heute“ und die Veränderungen in der Zeit nach Corona. „Mit dem Heizen ist es wie mit den Drogen – wenn man einmal damit anfängt, kommt man nicht mehr davon weg“ erklärte der Sparfuchs, weshalb bei ihm die Heizung lange kalt bleibt – als spitzer Seitenhieb gegen die aktuelle Klimapolitik der Bundesregierung.
Vor seiner Jongelier-Einlage, die das Ende des ersten Teils einläutete, versprach er den Zuschauern: „Der zweite Teil nach der Pause wird ganz anders – ich sage nicht, dass er besser wird, nur anders.“ Auch dieser Spruch sorgte, wie viele vorherige, für beherztes, lautes Lachen in den Publikumsrängen.
„In der zweiten Hälfte: ein bisschen Lebenshilfe von mir“ läutete Wopp die zweite Halbzeit ein. In dieser schwang er sich zum Coach auf, gab den Zuschauern „Leadership“ und „Mindset“ mit auf den Weg, spielte ganz bewusst auf den 16-Stunden-Tag der Highperformer an – Wopps Motto lautete hier: „Let’s burn out the Burnout“ („Lass uns den Burnout ausbrennen“). Auch hier schaffte Wopp es, das Thema passend für ein Kabarett aufzuarbeiten und die Zuschauer abzuholen und zu begeistern.
Das Ende der zweiten Halbzeit bildete erst eine Bowlingkugeljonglage und anschließend ein Trick mit Zigarette und Streichholz – erst fing er die hochgeworfene Zigarette mit dem Mund, dann ebenfalls das brennende Streichholz und zuletzt entzündete er die Zigarette ohne die Hände zu Hilfe zu nehmen – in deutlich weniger als den 17 vom Publikum geschätzten Versuchen.
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Zum Schluss standen die rund 80 Zuschauer minutenlang applaudierend vor der Bühne – zur Freude des studierten Betriebswirts.











