Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften hat im vergangenen Jahr im Märkischen Kreis deutlich zugenommen. Das erklärte die Anna Markmann, seit dem vergangenen Jahr Geschäftsführerin des Jobcenters Märkischer Kreis jetzt im Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Märkischen Kreises. 16.812 Bedarfsgemeinschaften waren im April beim Jobcenter aktenkundig. Das waren 13,2 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des vergangenen Jahres. Hauptursache, so Markmann, sei der Zuzug von Geflüchteten aus der Ukraine.
„1.876 der Bedarfsgemeinschaften bilden Menschen aus der Ukraine. Das sind insgesamt 4.383 Leistungsberechtigte – 1.311 davon sind Kinder und 983 Arbeitslose“, so Anna Markmann. 650 der Leistungsbezieher seien Alleinstehend, gut 600 Alleinerziehend. „67 Prozent der Geflüchteten sind Frauen – die Hälfte davon zwischen 25 und 55 Jahre alt“, erklärt die Jobcenter-Geschäftsführerin den Kreis- Sozialpolitikern.
Als „sehr schön“ bezeichnet es Anna Markmann, dass 1.226 Ukraine-Flüchtlinge in Integrationskursen sind. Die ersten Sprachkurse endeten demnächst. „520 schließen ihren Kursus bis Juli ab. Häufig ist aber auch ein aufbauender Sprachkursus erforderlich.“ Es gebe Träger, die noch mehr Kurse anbieten könnten. „Aber denen fehlt dafür das Fachpersonal.“ 135 Personen habe das Jobcenter im vergangenen Jahr einen Arbeitsplatz vermitteln können. Markmann: „In diesem Jahr sind es bisher 35.“ Dem Jobcenter könnte die Arbeit deutlich erleichtert werden, wenn die Anerkennung von Berufsabschlüssen schneller gehen würde.
Sorgen bereitet der Geschäftsführerin die Jugendarbeitslosigkeit. 6,5 Prozent aller Jobsuchenden seien Jugendliche. Wo einige nach ihrem Schulabschluss bleiben, wisse das Jobcenter nicht. Problematisch sei es für die jungen Berufstätigen oder Berufs-Einsteiger beispielsweise wegen der abgerissenen Rahmede-Talbrücke in die Berufsschulen nach Dortmund zu gelangen. Allerdings liege der Märkische Kreis mit diesem Wert noch unter dem Bundes-Durchschnitt (8 Prozent) und dem NRW-Wert (7,6 Prozent).








