
Wölfe gegen Dragons. Diese Partie elektrisiert im Vorfeld die heimischen Handballfreunde. Am Samstag, 7. November, steigt das Regionalliga-Derby zwischen der SG Menden Sauerland Wölfe und der SGSH Dragons. Auf Seiten der Gastgeber ist Johannes (Jo) Degenhardt mit von der Partie, der sich nach dem Wechsel in das Seniorenlager zu einer Stammkraft im Team von Ralf Heinemann entwickelt hat. „Wenn wir an der Spitze bleiben wollen, zählt nur ein Sieg“, stellt der 23-jährige Rückraumspieler klar.
Handball-Start bei Minis von TV Westfalia Halingen
Seine Laufbahn begann Jo Degenhardt beim TV Westfalia Halingen. Björn Barthold, Freund seiner Eltern Jens und Christiane, nahm den knapp Vierjährigen mit in die Mehrzweckhalle. „Bei den Minis hat es schon viel Spaß gemacht, hinter dem Ball herzulaufen, das war alles kindgerecht und spielerisch." Kurioserweise trifft Jo Degenhardt am 14. November im Topspiel bei GWD Minden II, einem ernsthaften Konkurrenten im Kampf um den Wiederaufstieg in die dritte Liga, auf Preben Barthold, Sohn seines ersten Trainers.
A-Jugend scheiterte im Kampf um Bundesliga-Aufstieg
Über diverse, im Handball-Nachwuchs keineswegs unübliche, Spielgemeinschaften gab Jo Degenhardt 2016 sein Debüt in der höchsten Nachwuchsklasse. Die C-Jugend der SG Menden Sauerland Wölfe spielte um Oberliga-Punkte. Unter den Übungsleitern Arnd Wefing und Peter Wörtler bei der B-Jugend entwickelte er sich weiter. Beim ältesten Jahrgang kreuzten sich erstmals die Wege mit Ralf Heinemann, der mit seinem Team im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg den Favoriten LIT 1912 aus der Handball-Hochburg OWL und HLZ Ahlen den Vortritt lassen musste.
Der Abstieg hatte für Jo Degenhardt auch gute Seiten
„Für mich als A-Jugendlichen war es schon eine tolle Sache, in der dritten Liga mitspielen zu dürfen.“ Insgesamt fiel Jo Degenhardt der Wechsel in das Seniorenlager nicht schwer. „Das war ein kurzer Weg, immer begleitet von Ralf Heinemann.“ Der damalige Interims-Coach konnte den Abstieg in die Regionalliga aber nicht verhindern. „Meiner persönlichen Entwicklung kam der Abstieg, der ja immer bedauerlich ist, nicht ungelegen. So gab es für mich größere Spielanteile in einer etwas tieferen Klasse“, erklärte der im Rückraum auf der Halbposition eingesetzte Rechtshänder, der vor dem normalen Training immer wieder einstündige Einheiten im Kraftraum einstreut.
Die Sauerland Wölfe verpassten den Wiederaufstieg
Der Wiederaufstieg wurde in den nächsten Jahren stets verpasst, die SG Menden Sauerland Wölfe scheiterte unter den Trainern Andy Palm (bis 2024) und Ralf Heinemann in Serie an der TSG Altenhagen/Heepen, Eintracht Hagen II, GWD Minden II und zuletzt Sportfreunde Loxten. „Ob es in dieser Saison mit dem Aufstieg klappt, ist schwierig vorauszusagen. In der Regionalliga-Spitze ist richtig Qualität angehäuft, das wird ein ganz enges Rennen“, schaut Jo Degenhardt, der in seiner Laufbahn schon fünf Nasenbeinbrüche auskurieren musste, in die nähere Zukunft.
Mit Freundin Pauline auf dem Rennrad unterwegs
Jo Degenhardt, der nach seinem Bachelor-Abschluss in 2025 nun noch ein Master-Semester in seinem Fach Psychologie vor der Brust hat, nennt ein besonderes Highlight aus seiner A-Jugend-Zeit. „Der Gewinn der Westfalenmeisterschaft, die ja im Liga-Rhythmus ausgetragen wurde, war ein absolutes Highlight. Da haben wir den favorisierten ASV Hamm Westfalen hinter uns gelassen." Wenn es Studium und Handball zulassen, verbringt er viel Zeit mit Familie und Freunden. Mit seiner Freundin Pauline genießt er die Ausflüge auf dem Rennrad, aber auch Paddel-Tennis und Fußball-Kicken werden nicht vernachlässigt.
Lob vom sportlichen Leiter Timo Schneidersmann
Die SG Menden Sauerland Wölfe sind unabhängig von der Klassenzugehörigkeit in die personelle Planung für die Saison 2027/28 eingestiegen. Timo Schneidersmann führte in dieser Woche erste Gespräche. Mit Jo Degenhardt muss er in dieser Hinsicht nicht sprechen, das Eigengewächs ist für die nächste Runde noch im Besitz eines gültigen Vertrages. „Er ist seit schon einiger Zeit eine tragende Säule der Mannschaft. Jo kann seine große Qualität im Rückraum ausspielen. Das alles hat er nicht nur seiner Spielintelligenz zu verdanken, sondern vor allem seinem enormen Trainingsfleiß und der Härte gegen sich selbst.“







