Irmgard und Edgar Schmidt feiern ein ganz besonderes Ehejubiläum. Seit 65 Jahren halten sie zusammen, haben gemeinsam die Welt bereist und ihren Lebensmittelpunkt stets in Halver gehabt. Ihr Ehegeheimnis ist dabei erstaunlich einfach.

Imgard und Edgar Schmidt feiern das seltene Fest der Eisernen Hochzeit.
Video: Gerdel
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Südafrika, Kanada, China – und immer wieder zurück nach Halver: Das Fernweh hatte Edgar Schmidt schon immer gepackt. Wann immer es möglich war, zog es ihn gemeinsam mit seiner Frau Irmgard in die Ferne. Auch wenn sie nicht immer ganz so reisefreudig war wie ihr Mann, ließ sie sich doch immer wieder von ihm mitnehmen.

Feier im Kreis der Mitbewohner

Die gemeinsame Tochter konnte aufgrund der räumlichen Entfernung nicht zur Feier der Eisernen Hochzeit ihrer Eltern kommen. Auch für den Enkel, der inzwischen in Afrika lebt, war der Weg nach Halver zu weit. Dennoch verbrachten Edgar und Irmgard Schmidt einen schönen Ehrentag im Kreis ihrer Freunde und Bekannten aus der Wohngruppe des Seniorenheims Bethanien. Dort wohnen sie seit Januar vergangenen Jahres und fühlen sich inzwischen sehr wohl. „Am Anfang war ich ein bisschen zurückhaltend, man kannte sich ja noch gar nicht aus“, erzählt Edgar Schmidt. Mittlerweile hat er sich bestens eingelebt und sogar den Vorsitz des Bewohnerrates übernommen.

Bürgermeister Armin Kibbert gratulierte dem Jubelpaar im Namen der Stadt Halver und überbrachte außerdem die Grußworte von Ministerpräsident Hendrik Wüst und Landrat Ralf Schwarzkopf.

Im Alltag gehen Edgar und Irmgard Schmidt weiterhin gemeinsam durchs Leben. Als bei Irmgard, die am 5. November 88 Jahre alt wird, eine Demenzerkrankung festgestellt wurde, stand für beide schnell fest, dass sie sich nicht trennen wollten. Der Auszug aus der eigenen Wohnung führte sie deshalb gemeinsam ins Seniorenheim Bethanien.

Liebe auf den ersten Blick

Auf 65 Jahre Ehe können Edgar und Irmgard Schmidt inzwischen zurückblicken. Kennengelernt haben sie sich 1957. „Ich war mit meinem Vetter in der Wirtschaft, da kam sie aus einem Nebenraum. Man kann sagen, das war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich der heute 87-Jährige. Dass er sich schon nach wenigen gemeinsam verbrachten Stunden traute, gleich für den nächsten Tag ein weiteres Treffen zu vereinbaren, kann er sich heute selbst nicht mehr so recht erklären.

Doch es war die richtige Entscheidung. Drei Jahre später folgte die Verlobung. Am 3. November 1961 heirateten die beiden standesamtlich, am 9. März 1962 folgte die kirchliche Trauung. „Die standesamtliche Hochzeit im Winter musste sein, sonst hätten wir damals keine Wohnung bekommen“, erzählt Edgar Schmidt. Ausgiebig mit Familie und Freunden gefeiert wurde dann im Rahmen der kirchlichen Hochzeit.

Beruflich immer engagiert

Beide stammen aus Halver und haben hier ihr ganzes Leben verbracht. Edgar Schmidt absolvierte seine Ausbildung seinerzeit bei der Firma Jung und Sohn. „Mein Vater wollte ja, dass ich zum Amt gehe, aber das wollte ich nicht“, erzählt er schmunzelnd. „Da habe ich ein bisschen getrickst. In der Schule hatte ich in Mathe immer ein ‚Sehr gut‘, aber beim Einstellungstest bei der Stadt bin ich in diesem Fach leider durchgefallen.“

Nach seiner Ausbildung arbeitete er zunächst zweieinhalb Jahre bei der Firma Lüsebrink. Da er dort beruflich jedoch nicht weiterkam, kehrte er zu Jung und Sohn zurück. Vier Jahre später bot sich ihm die Möglichkeit, bei der Firma Lumberg in Schalksmühle anzufangen. Dort arbeitete er sich bis zum Personalleiter hoch und blieb dem Unternehmen insgesamt 34 Jahre lang bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand treu.

„Ich habe viele Überstunden gemacht, das ging natürlich zulasten der Familie“, erzählt er rückblickend. „Aber die Überstunden wurden ja auch gut bezahlt und mir hat die Arbeit immer viel Spaß gemacht. Deshalb denke ich, dass ich alles richtig gemacht habe“, ist er überzeugt. Zeit für seinen Kegelverein blieb dennoch: 60 Jahre lang gehörte er ihm an.

Auch Irmgard Schmidt war viele Jahre berufstätig. Die gelernte Herrenschneiderin begann ihre berufliche Laufbahn bei der Firma Becker an der Karlshöhe und wechselte später zu Orbis.

Die Welt gemeinsam entdeckt

Wann immer es ihre Zeit erlaubte, zog es das Ehepaar gemeinsam in die Ferne. „In Europa haben wir – bis auf Norwegen – jedes Land gesehen. Dann waren wir in China, Kanada, den USA und Südafrika“, erzählt Edgar Schmidt begeistert. Besonders die Reise durch Südafrika ist ihm in Erinnerung geblieben: „Da haben wir uns ein Auto gemietet und sind von Johannesburg über die Garden Route – mit einem Abstecher in den Kruger-Nationalpark – nach Kapstadt gefahren.“

Was ist das Geheimnis einer 65 Jahre währenden Ehe? Auf diese Frage hat Edgar Schmidt eine ganz klare Antwort: „Wir haben uns immer geachtet. Differenzen wurden sofort ausgesprochen, dann war es wieder gut. Man darf nicht mit Problemen ins Bett gehen!“

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