Standing Ovations gab es im mit 800 Fans ausverkauften Grohe Forum für die Handballer der SG Menden Sauerland Wölfe. Bezirksliga-Trainer Tihomir Knez hatte in Abwesenheit des erkrankten Ralf Heinemann das Coaching übernommen. Zusätzlich saß der sportliche Leiter Timo Schneidersmann auf der Bank. Der Co-Tabellenführer bestimmte am Samstagabend das einseitige Regionalliga-Derby nach Belieben und wurde beim deutlichen 39:28-Sieg seiner Favoritenrolle mehr als gerecht. Das Team von Bosko Bjelanovic schlich mit hängenden Köpfen vom Parkett.

Überregionale Nachrichten

HTV Hemer kann nur in den ersten zehn Minuten mithalten

Nach neun Minuten lag der HTV Hemer durch den Treffer von Luca Jünger überraschend mit 3:2 in Führung. Aber Trainer-Fuchs Tihomir Knez stellte um und schon drehte sich die Partie in die von den Mendenern erhoffte Richtung. Über 4:6 (14.) stellten der ausgezeichnete Kim Voss-Fels, mit 13 Toren bester Schütze beim hochverdienten Sieger, und Jonas Schulte auf 6:9. HTV-Coach Bosko Bjelanovic rief zum Time-Out, wollte den Negativtrend stoppen. Aber das gelang nicht denn der Hemeraner Rückstand vergrößerte sich innerhalb weniger Minuten auf 8:15. Das war die Vorentscheidung in diesem Derby.  

Ausverkauftes Hemeraner Grohe Forum.
Foto: Jürgen Schmidt

Zur Pause liegen die „Wölfe“ mit zehn Toren Differenz in Führung

Einer der schönsten Treffer gelang der SG Menden zum 9:17. Mit einem No-Look Pass bediente Christian Klein seinen Kreisläufer. Rafal Dudczak verwandelte eiskalt gegen Keeper Dominik Bock. Die Hausherren blieben weitgehend blass, in der Abwehr war von einem homogenen Verband nichts zu sehen. Im Aufbau leisteten sie sich bei Herausnahme des Keepers im Tausch für einen zusätzlichen Angreifer zu viele Abspielfehler. In der Mitte wurde es viel zu eng, da hatte die Mendener Deckung insgesamt leichtes Spiel.

Tobias Böck verwandelt mit doppeltem Bänderrisses Tempogegenstöße

Nach Ballgewinn ging die Post ab und der mit einem doppelten Bänderriss aufgelaufene Tobias Böck vollendete im Doppelschlag die sich bietenden Tempogegenstöße – 9:19. Damit war die obligatorische Zehn-Tore-Differenz schon eine Minute vor der Halbzeitpause erreicht. Für den HTV Hemer war damit die Heimniederlage besiegelt, da ging kein Weg dran vorbei. Hallensprecher Ditze Tuschen meinte vor dem Gang in die Kabine: „Das wird ein dickes Brett!“   

SG-Trainer Tihomir Knez.
Foto: Jürgen Schmidt

Nach dem Wechsel verwalten die Mendener ihren klaren Vorsprung

Selbst die kühnsten Optimisten Im Hemeraner Lager glaubten nicht mehr an eine Wende. Im Verwaltungsmodus verteidigten die „Wölfe“ ihren klaren Vorsprung, setzten aber nach HTV-Toren immer wieder schmerzhafte Nadelstiche. Über 13:26 (40.) und 21:35 (50.) steuerte das Spitzenteam aus der Hönnestadt einem souveränen Erfolg entgegen.   

Über 13:26 (40.) und 21:35 (50.) steuerte das Spitzenteam aus der Hönnestadt einem souveränen Erfolg entgegen.
Foto: Jürgen Schmidt

Ex-Hemeraner Wael Ben Youssef liegt mit seinem Tipp völlig daneben

Vor dem Anpfiff hatte sich Wael Ben Youssef festgelegt. „Meine ehemaligen Jungs gewinnen mit einem Tor.“ In der Halbzeitpause musste der wurfgewaltige Rückraumschütze seinen gewagten Tipp korrigieren. „Sorry, da lag ist völlig daneben“, meinte der Ex-HTVer augenzwinkernd. 

Timo Schneidersmann: „Alles was wir trainiert haben ist aufgegangen“

Den Erfolg der „Wölfe“ erklärte Timo Schneidersmann: „So leicht hatten wir uns diese Aufgabe nicht vorgestellt. Wir sind zwar schwer ins Spiel gekommen, aber Tihomir Knez hat schnell korrigiert. Alles was wir ohne Ralf Heinemann trainiert haben, ist aufgegangen.“

Bosko Bjelanovic : „Wir können besser spielen, haben verdient verloren“

Der HTV-Coach war niedergeschlagen: „Menden ist als Spitzenteam aufgetreten, Gratulation. Die Wölfe haben ein anderes Ziel, den Aufstieg. Der Rückstand zur Pause war eine zu hohe Hypothek. Wir können besser spielen. Jetzt haben wir zwei Wochen Pause, da können wir alles aufarbeiten.“

HTV -Trainer Bosko Bjelanovic im Time-out.
Foto: Jürgen Schmidt

HTV Hemer: Bock (24. Müller, 46. Grothe); Steppeler, L. Jünger (4), Eigenbrodt (7/2), Brieden (3), R. Selle (2), Frenzel, J. Jünger (1), Stracke (1), Ellert (1), Lübbering (2), Spiekermann (4), O. Selle, L. Schulte (3/1).

SG Menden Sauerland Wölfe: Kroker (31. Achtelik); Nölle, C. Klein (3), Giacuzzo, J. Schulte (3), Dudczak (5), Voss-Fels (13/4), Degenhardt (5), Böck (5), Waschkowski (2), Schlücking, Runkel (2), Eisele (1), Heine.