3000 Euro aus dem Verkauf von Brückentrümmern der gesprengten Autobahntalbrücke Rahmede gehen an das Team der Integrativen Kulturwerkstatt. Einen Verwendungszweck hat Leiter Thomas Wewers schon. Das Geld soll in die Verlegung eines professionellen Tanz- und Bühnenbodens fließen. „Er bietet weitaus mehr Möglichkeiten als der Filzboden, der im Bühnenbereich verlegt ist“, sagte Thomas Wewers bei einem Besuch von Philipp Nieland (Geschäftsführer LSM) Stefan Hesse (Caritas-Leiter), Mara Tomaszik (Young Caritas), Thomas Cordt (Evangelisches Johanneswerk) und Jan Wieghardt (Willi & Söhne).
Damit ist die Integrative Kulturwerkstatt des Johanneswerks an der Rahmedestraße die erste Einrichtung, die von einer einmaligen Verkaufsaktion profitiert, hinter der die Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH, Willi & Söhne sowie die Caritas stehen.
Willi & Söhne haben sich nach der Brückensprengung sechs Tonnen Trümmer gesichert. „Sie stammen exakt aus dem Bereich, in dem die ukrainischen Nationalfarben neben dem Schriftzug ‚Lasst uns Brück en bauen‘ aufgemalt waren.“ Beides war in einer aufsehenerregenden Nacht- und Nebelaktion auf der gesperrten Brücke aufgepinselt worden.
Die Brückenstücke werden in einer Behindertenwerkstatt der Caritas aufbereitet. Jedes einzelne ist ein Unikat. Es gibt sie in unterschiedlicher Größe, Form und Ausführung: Bruchstück mit Echtheitszertifikat, verpackt in einer Plastiktüte (Preis: 8 Euro), als Brückenstück mit Magnet (10 Euro) oder als durchsichtigen Harzblock-Aufsteller mit Trümmerteil (20 Euro).
Der Verkaufserlös soll kulturellen und sozialen Projekten zugutekommen, insbesondere solchen, die unter der Coronazeit gelitten haben und solchen, die vom Brückendesaster betroffen sind.
Mit dem Standort im Dreieck von Rahmedestraße in der Straße Im Grund liegt die Kulturwerkstatt im Epizentrum des Chaos‘. Außerdem entspreche ihre inklusive Arbeit exakt dem Motto „Brücken bauen“, erklärte Philipp Nieland.
„Uns war es wichtig, noch in diesem Jahr den Startschuss zu geben“, sagte LSM-Geschäftsführer Philipp Nieland weiter. „Die Aktion ist super angelaufen und das Weihnachtsgeschäft hat die Nachfrage noch einmal angekurbelt.“ 15 000 Euro – abzüglich Material- und Werkzeugkosten sowie Steuern – seien mittlerweile bereits eingenommen worden.
Das Evangelische Johanneswerk nutzt die Alte Schule für die Kulturarbeit mit den Bewohnern des Johannes-Busch-Hauses, einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. „Bei uns stehen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne. Wir nutzen die Kultur als Medium für die Integration“, erläuterte Leiter Thomas Wewers.
„Ich finde die Idee der Spendenaktion überragend“, bedankte sich auch Wohnverbundleiter Thomas Cordt. „Den Brückentrümmern auf diese Weise einen sowohl nostalgischen als auch wohltätigen Wert zu verleihen, ist einfach großartig.“
In den Werkstätten der Caritas für psychische kranke Menschen hat die Aktion eine besondere Wirkung entfaltet. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind stolz darauf, dass sie an dem Projekt mitwirken können und darauf, dass ihre Arbeit so gut ankommt“, sagte Caritas-Leiter Stefan Hesse. „Das hat ihnen viel Selbstbewusstsein gegeben.“
Neben der Integrativen Kulturwerkstatt werden im neuen Jahr weitere Empfänger Spenden aus dem Verkauf der Brücken-Souvenirs erhalten. Der Verkauf im Shop „Klein Oho!“ im Stern-Center läuft auf unbestimmte Zeit weiter. Dass den Werkstätten einmal das Material ausgehen könnte, darüber macht sich Stefan Hesse keine Sorgen. „Von den anfangs sechs Tonnen haben wir noch jede Menge auf Lager“, sagte er.









