Diese von den Nazis organisierten Gewaltmaßnahmen mit Plünderungen von jüdischen Geschäften, der Zerstörung von jüdischen Einrichtungen, Synagogen und Friedhöfen, der Ermordung oder Verschleppung von jüdischen Mitbürgerinnen und -mitbürgern waren der Auftakt zur gezielten Vernichtung jüdischen Lebens.
Die Pogrome waren der Übergang von der seit 1933 laufenden Diskriminierung dieser Volksgruppe bis zu ihrer systematischen Vertreibung, Unterdrückung und Ermordung. Daran erinnert die „Initiative Stolpersteine Meinerzhagen“.

Jeweils zum 9. November gedenkt die Stolperstein-Initiative der Opfer der Reichspogromnacht. Die 47 Stolpersteine, verlegt an zehn Stellen in der Stadt, markieren die letzten Orte der jüdischen Menschen, die hier wohnten, bevor sie deportiert wurden oder vor den Nazis flüchten mussten.
Deutsche, die von Deutschen verfolgt wurden. Bei dem Rundgang erinnerte die Initiative an die Opfer des braunen Terrors, an ihre Namen und ihre Schicksale – an jeden einzelnen.
Große Resonanz
Gut 50 Personen nahmen an dem Rundgang teil und sorgten so dafür, dass „kein Stein allein“ blieb. Für Dietmar Först ging es auch darum, zu mahnen, „zu lernen für Gegenwart und Zukunft“. In seiner Ansprache wies der Vorsitzende der Initiative Stolpersteine darauf hin, dass es nicht „die“ Meinerzhagener waren, die sich an Ausschreitungen gegen Juden beteiligt hatten, „aber es waren eben auch nicht nur die Uniformierte. Zu viele standen dabei und johlten“, als in Meinerzhagen die Fensterscheiben des letzten noch verblieben jüdischen Geschäfts zerschlagen wurden. Viele andere hätten sich nicht mehr getraut, den Mund aufzumachen oder gar dagegen zu protestieren.
Angesichts des Hamas-Überfalls auf Israel vor vier Wochen und dem auch hier wieder aufflammenden Antisemitismus fragte er: „Wie müssen sich die Nachfahren jener Opfer von damals fühlen, die heute in Deutschland leben?“ Wenn Judenhass, Antisemitismus und Unmenschlichkeit „wieder laut werden“, gelte es wachsam zu sein und laut zu widersprechen. Das sei „unsere gemeinsame Aufgabe“. Auch heute dürften keine jüdischen Mitbürgerinnen und -mitbürger allein bleiben.









