In einem Einfamilienhaus hatte ein Bewohner – wie bereits berichtet – einen ungewöhnlichen Geruch wahrgenommen und festgestellt, dass der Akku der PV-Anlage schmorte. Die herbeigerufene Feuerwehr eilte zur Hilfe. „Für uns ist das Besondere an PV-Anlagen, dass sie sich nicht abschalten lassen. Die Module auf dem Dach produzieren immer Strom, sogar ein bisschen in der Dunkelheit. Die Leitung von den Modulen bis zum Einspeisepunkt kann nicht so einfach unterbrochen werden“, erklärt Mark Wille, Pressesprecher der Feuerwehr Nachrodt-Wiblingwerde.
Bei neueren Leitungen gäbe es oft einen selbstauslösenden Trennschalter. „Dann reißen die Kabel irgendwo bewusst auseinander“, erklärt Wille. Ältere Anlagen, wie jetzt in Nachrodt, hätten das aber noch nicht. In solchen Fälle zählen technisches Fachwissen und eine gute Schutzkleidung. „Da ist halt wirklich viel Strom drauf, Gleichstrom. Wir müssen dann die Kabel durchtrennen“, erklärt Wille. Zur Ausrüstung gehören bei solchen Einsätzen spezielle Schutzhandschuhe für die Arbeit mit Strom. Außerdem würden für den Fall, dass ein Spannungsbogen entstehe weitere Sicherungsvorkehrungen getroffen, sodass die Einsatzkräfte gut isoliert seien. „Wenn das Kabel durchgeschnitten ist, müssen wir umgehend eine Isolierung darauf machen“, erläutert der Pressesprecher das Vorgehen.

Die Nachrodt-Wiblingwerder Feuerwehr profitiert in solchen Fällen auch vom Fachwissen einiger Mitglieder. So haben ein paar Mitglieder durch ihren eigentlichen Beruf extremes Fachwissen. Beispielsweise gäbe es zwei Elektriker. „Natürlich sind nicht nur die fähig für solche Einsätze. Aber so ein Fachwissen ist einfach gut“, betont Wille. An sich seien Einsätze dieser Art aber noch sehr selten in der Gemeinde. Denn eigentlich seien solche Anlagen sicher und gut gewartet. „Aber es ist wie beim Auto. Man kann gerade beim TÜV gewesen sein, und dann geht doch etwas Wesentliches kaputt. Das passiert einfach“, sagt Wille. Grundsätzlich seien aber gerade die Akkus gut eingepackt. „Einfach gesagt: Wenn sie aus irgendeinem Grund überlastet sind, will das Gel oder die Flüssigkeit gerne aus der Batterie heraus. Es können Funken entstehen und dann fängt es an zu brennen“, erklärt Wille.
Kommt es zu einem Akku-Brand, was nach Willes Einschätzung jedoch in der Regel sehr unwahrscheinlich ist, da die Technik eigentlich sicher sei, ist die Feuerwehr auf weitere Experten angewiesen. Beispielsweise wurde das Entsorgungsunternehmen Lobbe hinzugezogen. „Die haben uns eine spezielle Kiste gebracht, in die wir den Akku stellen konnten. Sie ist extra für solche Fälle konzipiert. Sprich würde sich der Akku noch einmal erhitzen, würde kein Brand entstehen und das Feuer praktisch direkt erstickt. Außerdem ist sie sicher, sollte die Batterie auslaufen. Mit dieser Kiste wird der Akku später dann auch zur Entsorgung gebracht, es handelt sich dabei ja um Sondermüll“, erklärt der Feuerwehrmann.
Zudem wurde noch ein Elektriker alarmiert, der die Teile der Anlage kontrolliert, die noch im Haus sind und auf den ersten Blick nichts mit dem Feuer zu tun hatten. Der Experte sucht natürlich auch das Problem, das zu dem Brand geführt hat.










