Viele, die sich mit der Brennnessel beschäftigen, wissen um ihren hohen Vitamin C-Gehalt (mehr als etwa eine Orange) und ihrer harntreibenden Heilwirkung. Sie verliert ihre giftige Nessel-Wirkungen, wenn sie zerkleinert, gekocht oder blanchiert wird. Darüberhinaus erfüllt sie auch ökologisch eine wichtige Funktion: Sie ist Futterpflanze für die Raupen von etwa 50 Schmetterlingsarten. Ohne sie gäbe es so schöne Tagfalter wie etwa Admiral, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge oder Landkärtchen nicht.
Außerdem wurde sie bereits seit dem Altertum dank ihrer robusten Fasern zur Textilherstellung genutzt. Als Ende des 19. Jahrhunderts Baumwolle knapp wurde, erlebte sie eine Renaissance als „Leinen der armen Leute“. Lange Zeit diente sie auch als Färberpflanze: Ihre Wurzeln kann bei fachgerechter Behandlung Wolle gelb färben und ihre oberirdischen Pflanzenteile können ein kräftiges Graugrün hervorbringen.
Zudem nutzen Gärtner die Brennnessel auch als Stärkungs- und Düngemittel indem sie einen Sud, die sogenannte „Brennnesseljauche“, ansetzen, um damit etwa Gurken, Tomaten und Zucchini, aber auch Kohl oder Porree zu gießen. Dadurch soll die Widerstandskraft gegen Schädlinge gestärkt und gleichzeitig die Pflanze gedüngt werden. Manche Gärtner bauen die Brennnessel sogar an, um sie als Tee oder Gemüse zu verarbeiten.
Um die Nutzung als Gemüse geht es am 13. Mai ab 17 Uhr im Wald- und umweltpädagogischen Zentrum Heed. Hier sollen die positiven Eigenschaften der Brennnesseln aufgezeigt werden, indem demonstriert wird, dass sich durchaus gute und leckere Mahlzeiten aus ihr bereiten lassen. Zunächst aber wird es kurze Infos zur Pflanze geben.
Danach gehen die Teilnehmer gemeinsam ins Grüne, um Brennnesseln zu ernten und anschließend zu verarbeiten. Nachdem gemeinsam gekocht wurde, steht auch der Genuss auf dem Programm: Ein zünftiger Brennnessel-Pfannkuchen soll beweisen, dass die Pflanze nicht nur in ihrer positiven Wirkung auf den Menschen, sondern auch in ihrem Geschmack oft stark unterschätzt wird. So eignen sich junge Brennnesseln etwa auch hervorragend als schmackhafter Spinatersatz.
Die Kooperationsveranstaltung (Stadt und Zentrum) soll das Bewusstsein für nachhaltige und umweltfreundliche Handlungsalternativen zur „Unkraut“-Bekämpfung schärfen. Wird der gemeinsame Abend positiv bewertet, soll er als Auftakt einer Veranstaltungsreihe dienen.
Da der Abend auf zehn Teilnehmer begrenzt ist, sollen sich Interessierte bei Eric Ludewig, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Meinerzhagen, per E-Mail ([email protected]) oder telefonisch unter 02354/77-199 anmelden. Die Veranstaltung selbst ist kostenfrei.









