Über 75 Prozent der IG Metall-Mitglieder, die von der geplanten Schließung von Hydro Extrusion Lüdenscheid betroffen sein könnten, sind für die Aufnahme von Sozial-Tarifverhandlungen.
Dafür haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer Versammlung am Sonntag ausgesprochen. Das teilt die IG Metall im Märkischen Kreis mit. Der norwegische Konzern Norsk Hydro hatte im November die Schließung mehrerer Standorte in Europa angekündigt, darunter auch das Traditionswerk in Lüdenscheid. Es kann auf eine 200-jährige Geschichte unter dem Namen Hueck zurückblicken kann. Die Beschäftigten waren geschockt: Erst ein Jahr vorher beschloss der Konzern Millionen-Investitionen unter anderem in die Gießerei, die auch andere Standorte des Konzerns bedient.
Wie die IG Metall weiter mitteilt, befindet sich der Betriebsrat, der sich zusammen mit der IG Metall, der Rechtsanwaltskanzlei Silberberger.Lorenz und der Unternehmensberatung PCG strategisch berät, sich derzeit in der Informationsphase. Der Arbeitgeber habe der Arbeitnehmervertretung gegenüber offenzulegen, welche Gründe für die Entscheidung vorliegen. Dem Betriebsrat ist zudem Gelegenheit zu geben, eigenständige Vorschläge zur Zukunft einzubringen, heißt es weiter. Danach sei der Ausgleich sozialer Härten über einen Sozialplan zu verhandeln. Hierzu gehörten auch Abfindungen in Folge von Kündigungen. Im Konfliktfall entscheide hier im Zweifel die sogenannte Einigungsstelle, der ein unabhängiger Vorsitzender vorsteht – er habe am Ende sogar das Recht, bei einem Patt der beiden Seiten eine eigene Entscheidung zu fällen.
Dies begrenze den Handlungsraum des Betriebsrats. Ganz anders dürfe die IG Metall handeln. Sie könne Sozialpläne in Form von Tarifverträgen verhandeln. Bei Uneinigkeit entscheide in diesen Verhandlungen keine Einigungsstelle – Gewerkschaften hätten hier einen größeren Eskalations-Spielraum bis hin zu Arbeitskampfmaßnahmen.
Hierzu erklärt Kevin Dewald, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis: „Die Anwesenheitsquote an einem Sonntagmittag und das einstimmige Votum zeigen, dass die Belegschaft klare Kante zeigt. Soziale Verantwortung endet nicht am Werkstor. Daran werden wir die Verantwortlichen des Konzerns in den folgenden Wochen erinnern. Uns stehen nun alle Möglichkeiten zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Betriebsrat und den Beratern des Betriebsrats werden wir alles für die Kolleginnen und Kollegen geben.“











