Der norwegische Aluminium-Konzern Hydro Norsk stellt den Betrieb in seinem Werk an der Talstraße zum 31. Mai weitgehend ein. Um die wirtschaftlichen Folgen der betroffenen Beschäftigten so weit wie möglich abzumildern, haben Betriebsrat und IG Metall über mehrere Wochen einen Sozialplan verhandelt. Das Ergebnis der Verhandlungen wurde bei einer Betriebsversammlung am Donnerstag, 16. April, vorgestellt.
Das Unternehmen hatte Ende des vergangenen Jahres bekanntgegeben, fünf europäische Werke zu schließen. Darunter fiel auch das Lüdenscheider Werk, das viele Jahre vor der Hydro-Übernahme unter dem Traditionsnamen Hueck firmierte.
Überdurchschnittliche Abfindungen
Wie die IG Metall mitteilt, beinhaltet der Sozialplan unter anderem die Gründung einer Transfergesellschaft zur Qualifizierung und Vermittlung in neue Beschäftigung. Ein weiterer Bestandteil sind überdurchschnittliche Abfindungen zur Minderung und zum Ausgleich der sozialen Nachteile. Menschen mit Schwerbehinderung oder Personen mit unterhaltspflichtigen Kindern haben Anspruch auf höhere Abfindungen.
Betriebsratschef Triebert: harte Arbeit in schwierigen Zeiten
Holger Triebert, Betriebsratsvorsitzender bei Hydro in Lüdenscheid, kommentiert den Abschluss der Verhandlungen wie folgt: „Mit der Entscheidung des Unternehmens geht ein Stück Lüdenscheider Industriegeschichte zu Ende, in der auch ich über 40 Jahre gearbeitet habe. Wir haben gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen nun ein Paket geschnürt, um Not zu vermindern und im besten Falle sogar auszuschließen. Neben guten finanziellen Abfindungsregelungen war es uns wichtig, zur Qualifizierung und Vermittlung der Kolleginnen und Kollegen eine gut ausgestattete Transfergesellschaft zu vereinbaren. Das war alles harte Arbeit, aber das gehört zur Aufgabe von Betriebsräten in schwierigen Zeiten.“
Kevin Dewald: vorbildliche Einheit
Kevin Dewald, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Märkischer Kreis, hat für die Gewerkschaft die Verhandlungen mitgeführt. Er beurteilt den Verhandlungsabschluss wie folgt: „Mit der Belegschaft im Rücken und im Zusammenspiel mit den Beratern haben wir einen überdurchschnittlichen Sozialplan vereinbaren können. Wir saßen als Tarifvertragspartei mit am Tisch, um dem Betriebsrat den Rücken zu stärken und konnten so die Konditionen des Sozialplans auch nochmal durch tarifvertragliche Zusatzregelungen verbessern. Wir haben dabei stets kollegial zusammengearbeitet, um das Beste für die Kolleginnen und Kollegen zu erreichen. Diese Einheit war vorbildlich und hat diesen Abschluss möglich gemacht.“









