Mit verstärkten Kontrollen ist die Polizei am Mittwoch, 15. April, in Lüdenscheid die sogenannte Speed-Week gestartet. Im Rahmen der europaweiten Roadpol-Aktion rückte dabei besonders ein sensibler Bereich in den Fokus: Vor einer Kindertagesstätte an der Hochstraße hielten sich zahlreiche Autofahrer nicht an Tempo 30.

Messstelle im Kita-Bereich

Eine Bushaltestelle an der Hochstraße haben sich die Beamten der Lüdenscheider Polizei zum Auftakt der Speed-Week ausgesucht, um Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die dort gebotenen 30 km/h hielten, zu stoppen. Die Haltebucht erwies sich allerdings mehr als einmal als zu kurz: Nahezu im Minutentakt wurden Autofahrer herausgewunken.

"Wir haben die Messstelle hier eingerichtet, weil sie sich im Bereich einer Kindertagesstätte befindet", erläuterte Oberkommissar (OK) Tim Knutzen im Gespräch mit LokalDirekt. Obwohl die 30er-Zone an dieser Stelle bereits seit über einem Jahr eingerichtet ist, gebe es aber immer wieder auch ortskundige Verkehrsteilnehmer, die die vorgegebene Geschwindigkeit nicht einhalten. 'Gründe' dafür gibt es viele.

So erklärte Paulo Pantano seine Tempoüberschreitung damit, dass er sicher war, korrekt gefahren zu sein. "Ich bin 68 Jahre alt und hatte noch nie einen Unfall", versicherte er, nachdem ihn eine Polizeibeamten herausgewunken hatten. Eine Aussage, die ihn dennoch nicht davon frei sprach, ein Verwarngeld in Höhe von 30 Euro zu bezahlen, denn er war neun km/h zu schnell unterwegs.

Autofahrer blieben gelassen

"Die meisten, die die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht einhalten, fahren hier tatsächlich mit 45 oder 50 km/h. Wir haben nur einige wenige 'Ausreißer', die noch schneller unterwegs sind", betonte Tim Knutzen. Er weiß aber auch, dass zu hohe Geschwindigkeiten immer noch der Hauptgrund für schwere oder tödliche Verletzungen sind: "Die Geschwindigkeit kann daher von uns gar nicht oft genug kontrolliert werden", bekräftigte er.

Was bei dieser Tempokontrolle auffiel, war die Tatsache, dass die meisten Autofahrer gelassen blieben. Wenn sie sich ärgerten, dann nur über sich selbst. So wie ein Audi-Fahrer, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er ärgerte sich zwar, sagte aber: "Die machen das hier richtig. Ich war elf km/h zu schnell, weil ich dachte, in 50er-Zone zu sein. Ich fahre hier nämlich nicht so oft."

Ab und zu gelingt den Polizisten auch ein sogenannter Beifang. Wie der junge Mann mit dem E-Roller, der zwar nicht zu schnell, dafür aber auf dem Gehweg unterwegs war. Ein kurzes Gespräch mit den Beamten klärte ihn darüber auf, dass das nicht erlaubt ist — und nach einer mündlichen Ermahnung durfte er weiterfahren.

Auch das eine oder andere Auto untersuchen die Polizisten im Rahmen der Speed-Week etwas genauer. Gerade bei älteren Modellen mit ausländischem Kennzeichen werfen sie dann beispielsweise einen Blick auf die Bremsen, die Reifen und die Beleuchtungsanlage. Also auf die Dinge, die für die Sicherheit relevant sind.

Dankeschön einer Anwohnerin

Als unerwarteter Besuch begrüßte am Mittwochvormittag eine Anwohnerin die Beamten: Magdalene Deitenbeck dankte ihnen für die Arbeit, die sie vor ihrer Haustür verrichteten. "Die Kontrolle ist wichtig, es passiert ja so viel", sagte die 84-Jährige, die freiwillig vor drei Jahren ihren Führerschein abgegeben hat. "Alles was zur Sicherheit beiträgt, ist wichtig, und wem das nicht passt, der soll sich doch einfach an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten", rät sie.