„Wir überlegen, wo wir irgendwo noch etwas Platz schaffen können“, sagte Schulleiter Reiner Klausing im Ausschuss für Bildung und Jugend (1. Februar). Aktuell werden an der Humboldtschule 18 Klassen unterrichtet, doch es „drohten“ noch zwei weitere hinzuzukommen. Er laufe Gefahr, pädagogische Konzepte infolge des Platzmangels zusammenstreichen zu müssen. Alleine durch den Zulauf von Schalksmühler Kindern könnte es künftig eng werden.
Bereits im vergangenen Jahr habe sich abgezeichnet, was sich in diesem Jahr noch verstärken könnte. Die Sperrung der A45 beeinflusst offenbar die Schulwahl Schalksmühler Familien – sie meiden als „Brückenopfer“, so hieß es im Ausschuss, vermehrt den Weg nach Lüdenscheid. Klausing fragte Politik und Verwaltung, wie man damit künftig umgehen soll.
Den prognostizierten Zulauf aus Schalksmühle bestätigte Kai Hellmann, Fachbereich Bürgerdienste, und signalisierte die Sache sehr ernst zu nehmen und auch gerne und oft darüber zu reden. Doch verwies er gleichzeitig auf den Schulentwicklungsplan und die Tatsache, dass die Schule einst für bis bis zu 490 Schüler geplant wurde. „Wir müssen überlegen, ob wir die Schüler aufnehmen können und Räume haben.“ Martina Hesse fragte, ob man mit dem alten Raumkonzept noch ernsthaft auf neue Herausforderungen reagieren könne. „Wir haben andere Verhältnisse. Wir können uns nicht darauf ausruhen.“
Anmeldeverfahren läuft
Aktuell läuft das Anmeldeverfahren für die fünfte Jahrgangsstufe. Jeder Jahrgang starte an der Humboldtschule mit 75 Kindern, wobei in jeder Klasse auch Inklusionskinder sowie ukrainische Kinder eingeplant sind, erklärte Reiner Klausing. Dies sei gedeckelt. „Wenn im Laufe des Jahres Eltern anklopfen, dann kommen entsprechend Kinder hinzu“, erklärte der Schulleiter dem Gremium. So käme es, dass pro Jahrgang bis zum Abschluss rund 15 bis 19 Schüler hinzukommen.
Mehrklassenbildung, also eine Vierzügigkeit, genehmige die Bezirksregierung Arnsberg erst ab 87 Schülern. Reiner Klausing schilderte dem Gremium die Zwickmühle, in der er sich befinde: „Wir haben jetzt schon viele Terminanfragen. Wenn wir nur bis 75 Schüler gehen, haben wir keinen Platz für Kinder aus Nachbarstädten und Gemeinden. Lehnen wir die Kinder aus Schalksmühle also ab oder gehen wir offensiv ran, um die 87 voll zu kriegen“, so Klausing. Aber falls ja, wohin dann mit ihnen?
Kai Hellmann machte daraufhin nochmal den Standpunkt der Stadt deutlich: “ Wir haben eine Dreizügigkeit beschlossen, aufgrund der Zahlen aus Halver. Alle anderen Fragen müssen wir mit den Nachbarstädten besprechen.“ Er glaube nicht, dass man kurzfristig für viel Geld Schulraum schaffen könne, der dann irgendwann nicht mehr benötigt wird.
Warteliste für Neuzugänge
Martina Hesse wollte wissen, was denn jetzt passiere, wenn zum Beispiel zehn Kinder das AFG verlassen würden, um auf die Humboldtschule zu wechseln. Reiner Klausing verwies darauf, aktuell eine Warteliste zu führen. Das bedeutet, dass es durchaus passieren kann, dass Kinder nach der sechsten Klasse vom AFG nicht auf eine Halveraner Schule wechseln können.









