Roggenmischbrot und herbstliche Pizza standen zum Schulfest auf dem Backplan. Geübt hatten die Schüler und Hauswirtschaftslehrerin Claudia Dossow schon vor den Ferien. Das war der Neustart für den Backes nach der Corona-Pandemie. Gebacken wird im Holzofen, der, lange bevor die Brote reingeschoben werden, aufgeheizt werden muss. „Den Ofen gibt es schon ewig“, sagt Claudia Dossow, die ein Herz fürs hauswirtschaftliche Handwerk und seine Tradition hat.
Als sie vor drei Jahren zur Schule kam, hatte ihr Schulleiterin Astrid Bangert auch den Backes gezeigt, um ihr den Job an der Schule schmackhaft zu machen. Solche Backhäuser, mit Holz befeuert, gab es früher in vielen Dörfern. Einmal wöchentlich wurde der Ofen aufgeheizt: Die Dorfbewohner versammelten sich hier, um gemeinsam zu backen.
Claudia Dossow kontaktierte mit Leo Trumm aus Drolshagen einen Fachmann. Der Pädagoge und Bäckermeister hatte bis 2016 die Bäckereifachschule in Olpe geleitet. Er wollte helfen, den Backes wieder flott zu machen und brachte zum ersten Ortstermin gleich Teig mit. Wegen der Corona-Pandemie schlief die Reaktivierung des alten Backes wieder ein.
Auch die Gemeinde Schalksmühle und der Förderverein fanden Gefallen an dem Projekt. Gefördert mit Mittel aus dem LEADER-Programm, wurde das Backhaus wieder auf Vordermann gebracht. Knetmaschine und Spüle wurden installiert, ein Mehlwagen angeschafft. Der Backes wurde so vor den Sommerferien zum neuen Lernort für die Primusschule. Zur Back-Premiere waren alle verdonnert worden, nichts zu verraten. „Wir wollten erst mal sehen, ob es klappt“, sagt Claudia Dossow.


Fazit: es klappt. Und die Schüler sind begeistert. „Jacqueline (16) hat erstmals gebacken. Milan (13) backt daheim öfters und war bei der Premiere dabei. Darian (16) glaubt, mit der Arbeit im Backes „was fürs Leben“ zu lernen, das man „später gebrauchen kann.“ Antonio (16) macht die Arbeit Spaß, „weil es was Praktisches ist“. Den Blick weiten, sich erproben, Neues kennen lernen. Das Projekt „Backes“ kommt bei den Schülerinnen und Schülern an. Claudia Dossow will „sehen, wie das in den Unterricht eingebaut werden kann.“ Alle vier bis acht Wochen soll der Ofen im Backhaus aufgeheizt werden. Auch für den Brennstoff sorgen die Schüler selbst. Holz aus dem Schulgarten wird dazu aufbereitet.
Während die Brote backten, schnibbelten die Schüler Kräuter. Mit selbst gemachter Kräuterbutter sollte das frische Brot probiert werden. Auch wenn die Schüler „dicht hielten“. Was im Backes passiert, verriet sich von selbst. Heimlich blieb schon die Pizza-Premiere nicht: „Wir haben‘s gerochen“, verrieten einige, die zur Back-Premiere eingeladen waren, aber vorher nichts wissen sollten, um was es geht. Frisches Brot nach alter Handwerks-Art gebacken ist eben eine dufte Sache.











