„Heimat ist maßgeblich entscheidend für die Entwicklung eines Menschen. Das zeigt, welch große Bedeutung dieser Heimat-Preis hat, den wir heute gleich zwei Mal verleihen“, sagte Bürgermeisterin Birgit Tupat im Rahmen ihrer Laudatio. Die Preisträger vermittelten Werte, ein Verständnis für Geschichte und Region. Kurzum: Sie gäben Heimat ein gutes Gesicht, eines, das von einem freundlichen und offenen Miteinander geprägt sei.
Der erste Preis geht an den Arbeitskreis Brenscheider Mühlen. Mit 3000 Euro ist dieser dotiert. Für den Vorsitzenden Hans-Otto Camphausen ist das Geld dringend nötig, um die letzten Flutschäden in der Kornmühle zu beheben. „Die Brenscheider Kornmühle ist etwas Besonderes. Da besitzen Sie, lieber Herr Camphausen, wahrlich ein Schmuckstück“, sagte Tupat. Sie selbst habe schon mehrfach das Brot kosten dürfen. Die Backtage seien ein wahrer Publikumsmagnet.

„Wer möchte erfährt dabei jede Menge über dieses tolle Gebäude“, berichtet Tupat. Sie kann sich aber auch erinnern, dass die Kornmühle nicht immer so schön war: „Als Sie die Mühle 1984 von ihren Schwiegereltern übernahmen, war sie wahrlich kein Schmuckstück. Doch zum Glück haben Sie einen Faible für Dinge mit Geschichte.“ Tupat berichtete auch von Camphausens ersten Backversuch. Der sei mächtig schief gegangen, das Brot war verbrannt. Heute sei das Brot ein echter Renner.
Die Temperatur des Ofens, so berichtet Tupat, werde mit einer Zeitung kontrolliert. Färbe sich diese braun, sei die Temperatur perfekt. Fange sie an zu brennen, sei der Ofen zu heiß. „Sie sehen, ich habe gut aufgepasst. Das ist bei Ihnen allerdings auch wirklich nicht schwer, denn Sie alle machen Heimatgeschichte zum Erlebnis für die Sinne – und genau deswegen bekommen Sie heute auch diesen Preis“, erklärte Tupat.
Große Pläne für Brenscheid
Der zweite Preis ging an die Brenscheider Dorfgemeinschaft. „Sie alle haben gezeigt, was möglich wird, wenn ein ganzes Dorf an einem Strang zieht“, lobte die Bürgermeisterin. Was im Kleinen beginnt, könne schnell groß werden. Und in Brenscheid begann es mit dem Leader-Projekt zur Anschaffung von Defibrillatoren. Um den Eigenanteil stemmen zu können, wurde ein Trödelmarkt ins Leben gerufen. Der Erfolg blieb nicht aus. Nicht nur Brenscheider kamen zum Bummel, sondern auch jede Menge Nachrodt-Wiblingwerder. „Wo wird sonst schon ein Bauernhof zur Shopping-Meile. Trödel zwischen Gänsen, Schweinen, Eseln und Kühen – das ist besonders“, sagte Tupat.
Von den Einnahmen sollen nun unter anderem die Folgeschulungen für den Defibrillator finanziert werden und es wurde ein großes Zelt mit Sitzgelegenheiten für die Dorfgemeinschaft angeschafft. „Doch damit nicht genug, Sie haben sich für die Zukunft viel vorgenommen“, erklärte Tupat. So soll ein Barfußpfad entstehen, Sitzbänke für Bewohner und Wanderer errichtet werden, eine Boule-Bahn gebaut werden und ein Raum fürs Gemeinschaftsleben geschaffen werden. Tupat: „Hut ab. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass all diese Träume und Wünsche bald Wirklichkeit werden können. Menschen wie Ihnen ist es zu verdanken, dass der besondere Dorf-Spirit erhalten bleibt. Dass das Dorfleben attraktiv ist und alle Vorteile einer Gemeinschaft in vollen Zügen genossen werden können.“










