„Es gibt so viel mangelndes Wissen rund um das Thema Wild und Wald, insbesondere auch bei Lehrern“, erklärte Walter Strüning, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Hegering Altena. Gemeinsam mit Nicole Schulte führte er im vergangenen Jahr 415 Interessierte über die Waldlehrpfade in Altena und Wiblingwerde, fünf Mal war die rollende Waldschule im Einsatz und zwei Mal gab es Führungen mit Ponys rund um Schmitz Pferdeerlebnishof in Rennerde. „Das ist für Kinder toll. Sie müssen nicht laufen, sondern können reiten“, berichtete Strüning, daher soll dieses Konzept nun ausgeweitet werden. Vorstellbar sind Touren mit Alpakas vom Hof Hegemann und den Ponys aus Rennerde.
Strünings persönlicher Höhepunkt war der Besuch einer internationalen Klasse aus Heidelberg. „Das war eine multikulturelle Gruppe und wir haben die Gruppe auf Deutsch und Englisch begleitet. Das Schönste war jedoch, dass sich im Anschluss fast alle Kinder persönlich bedankt haben, weil es ihnen so gut gefallen habe. Solche Begegnungen machen Mut“, erzählte Strüning. Für dieses Jahr sei bereits wieder eine Gruppe aus Heidelberg angemeldet. Insgesamt lägen bereits vier Anmeldungen mit insgesamt 130 Personen vor.
An den Waldlehrpfaden müsste zudem einiges gemacht werden. Die großen Holzfiguren in Wiblingwerde bräuchten noch einen Hut, um sie vor der Witterung zu schützen und auch einige Schilder müssten an den Waldlehrpfaden erneuert werden.

Doch nicht nur der Obmann für Öffentlichkeit hatte Neuigkeiten für die 149 Mitglieder. Im Rahmen der Versammlung wurde der neue Obmann für das Hundewesen vorgestellt. Maximilian Cordt übernimmt das Amt von Hubertus Bertram. Der Wördener ist nicht nur aktiver Jäger und Hundebesitzer, sondern führt auch selbst eine Hundemeute und ist Züchter von Jagdhunden. „Im Moment gibt es viele junge Hunde im Hegering. Ich würde gerne einen Tag für junge Hunde veranstalten“, berichtete Maximilian Cordt. Wer Interesse daran habe, solle sich melden. Dann werde gemeinsam ein Termin gesucht.
Der Vorsitzende Torsten Pühl konnte zudem die Strecke für das vergangene Jahr präsentieren. Allerdings hätten nur 19 der insgesamt 30 Reviere ihre Zahlen gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es noch 21 Reviere. Direkt vergleichbar seien die Zahlen also nicht. Einen deutlichen Anstieg gab es im Bereich des Schwarzwildes. 200 tote Tiere wurden registriert. Zwei davon starben bei einem Verkehrsunfall, vier sind als Fallwild verzeichnet. Der Rest wurde erlegt. Im vergangenen Jahr waren es nur knapp halb so viele, nämlich 109. Dafür wurde weniger Rehwild geschossen. Insgesamt 204 Rehe stehen für 2023 im Plan. 2022 waren es noch 261. Außerdem wurden 22 Muffel, drei Damwild, 27 Dachse, 92 Füchse, zehn Steinmarder, sieben Waschbären, sechs Ringeltauben, zehn Stockenten, 19 Rabenkrähen, und je sieben Nutria, Elstern und Hasen geschossen.

Im Rahmen der Trophäenschau wurden auch wieder die Medaillen verliehen. Gold ging an Martin Hohage (Revier Brenscheid 3), Silber an Danilo Davia (Revier Oevenscheid) und Bronze an Annette Holzrichter (Revier Rennerde). Eine Hegemedaille wurde in diesem Jahr nicht verliehen. Keine Trophäe erfülle dafür die Voraussetzung.
Ebenfalls im Rahmen der Versammlung geehrt wurde Siegmund Gering. Er ist seit 50 Jahren Mitglied im Hegering. Er bekam eine Ehrennadel und eine Urkunde.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Ulf Muuß unter dem Titel „Schwarzwild – Ritter oder Ratten“. Der Berufsjäger stellte die Frage, ob Wildschweine eine Plage oder eine Bereicherung für die Region sind. Die Antwort vorab: Die Wahrheit liegt dazwischen. Zunächst ging er auf die Gründe für die extrem hohe Schweinepopulation ein. Ein Grund liege im Maisanbau. „In ganz Deutschland sind zehn Prozent der bejagbaren Flächen Mais. Das ist richtig viel. Und darin fühlen sich die Tiere richtig Wohl“, erklärte Muuß. Grundsätzlich seien die Schweine den Menschen durchaus ähnlich. Sie erschließen neue Lebensräume und wenn die Bedingungen gut sind, vermehren sie sich stark und sie passen auf ihre Familie auf. Die Folgen seien sichtbar. „Wir verzeichnen überhöhte Wildschäden, haben als Jäger Stress mit den Landwirten, die Schweinepest wird zu Gefahr und der Druck auf andere Wildarten steigt“, berichtete der Jäger. Vor allem mit den Landwirten sollten sich die Mitglieder des Hegerings gut stellen. „Das sind unsere Verbündeten“, appellierte der Experte an die Anwesenden. Beispielsweise dann, wenn um das Anlegen von Bejagungsschneisen in Feldern gehe.
Neben der guten Futtergrundlage in den Maisfeldern sorge aber auch das Klima für ideale Lebensbedingungen. Es gebe im Wald unheimlich viele Eicheln, Bucheckern und Co. Evolutionsbedingt vermehrten sich Tiere nachweislich, wenn viel Futter da sei.










