Liebe Plettenbergerinnen und Plettenberger,
das Jahr 2023 neigt sich dem Ende zu und wir können rückblickend sagen, dass es kein wirklich gutes Jahr war. Nicht umsonst hat die Gesellschaft für Deutsche Sprache das Wort „Krisenmodus“ zum Wort des Jahres 2023 gekürt. Eigentlich traurig, dass ein solches Wort es in die Auswahl geschafft hat, aber es ist halt bezeichnend für unsere jetzige Situation.
Der Ukrainekrieg dauert weiterhin an, Friedensbemühungen sind nicht erkennbar. Die Auswirkungen treffen aber nicht nur Russland und die Ukraine. Durch den Krieg ausgelöste Preissteigerungen und Lieferschwierigkeiten sind auch bei uns zu spüren. Wir halten uns mit Kaufentscheidungen zurück, weil wir nicht wissen, was finanziell noch auf uns zukommt. Das wiederum führt dazu, dass auch in vielen Plettenberger Firmen Kurzarbeit angesagt ist. Die Situation verschlimmert sich dadurch also.
Zu dieser Problematik ist dann im Laufe des Jahres noch der Krieg in Gaza hinzugekommen. Der Nahe Osten ist ein ständiges Pulverfass und viele Menschen machen sich nun Sorge, ob und in welcher Form dieser Krieg sich ausweiten könnte. Hinzu kommt, dass durch diesen Krieg in der Bevölkerung ein Riss entstanden ist zwischen jenen, die Israel für sein rigoroses Vorgehen verurteilen, und jenen, die darin angesichts der Terrorakte der Hamas einen Akt der Selbstverteidigung sehen. Die Wahrheit liegt vermutlich wie immer irgendwo in der Mitte. Fakt ist, dass auch hier keine Friedensbemühungen erkennbar sind
Die wirtschaftlichen Sorgen und die Ängste vor einer Ausweitung der Kriege beschäftigen uns sehr und wir neigen dazu, gereizt zu sein. Gespräche eskalieren, Meinungen gehen vor Fakten, einige greifen zur Gewalt. Es ist für mich ein absolutes Unding, dass sich Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte vor allen Dingen in Großstädten um ihre eigene Sicherheit in der Silvesternacht Sorgen machen und sich entsprechend vorbereiten. An Silvester sollten wir den Jahreswechsel in fröhlicher Runde feiern und keine Straßenschlachten abliefern.
Die Gereiztheit und die Eskalation von Diskussionen helfen uns nicht weiter und sind der falsche Weg. Gerade im Krisenmodus – wie uns das Wort des Jahres bescheinigt – müssen wir aufeinander zugehen und zusammenarbeiten. Wir müssen einander zuhören, Kompromisse eingehen und gemeinsam Lösungen finden.
Lassen Sie uns gemeinsam hoffen, dass 2024 ein besseres Jahr wird und wieder Frieden in der Welt einkehrt. Lassen Sie uns auch gemeinsam daran arbeiten, dass wir alle die Gesellschaft gestalten, in der wir zufrieden leben möchten.
Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für das kommende Jahr
Ihr
Ulrich Schulte
Bürgermeister








