Donnerstagmorgen im Jugendzentrum: Gespannt warten die Kinder mit ihren gelben Käppies auf ihre Einteilung. Für 44 Herscheider Grundschüler beginnt damit ein Tag voller Einblicke in die Arbeitswelt.

Zum Auftakt versammelten sich die Mädchen und Jungen im Jugendzentrum. Die Organisatoren teilten sie dort den einzelnen Stöberstellen zu. Sabine Plate-Ernst von der Gemeindeverwaltung begrüßte die Kinder und machte ihnen Mut, die Chance zu nutzen: „Ihr dürft heute in Betrieben und Geschäften hinter die Kulissen schauen. Stellt viele Fragen und macht einen tollen Tag für euch daraus.“

44 Kinder nahmen in diesem Jahr am Stöbertag in Herscheid teil.
Foto: Schlütter

Anschließend waren die Kinder im gesamten Gemeindegebiet unterwegs. Die gelben Kappen, das Erkennungszeichen der Stöberkinder, waren unter anderem in Supermärkten, Apotheken, Geschäften und gastronomischen Betrieben zu sehen. Jeder Schüler absolvierte eine Schicht am Vormittag und eine weitere am Nachmittag. So lernten sie zwei unterschiedliche Arbeitsbereiche kennen.

Insgesamt beteiligten sich 36 Betriebe an der Aktion. Die Gemeinde Herscheid organisierte den Stöbertag. Mitarbeiterin Verena Venohr koordinierte die Vorbereitungen. Die Suche nach geeigneten Stöberstellen sei in diesem Jahr problemlos verlaufen, berichtete sie.

Stöbertag hat in Herscheid Tradition

Der Stöbertag steht seit jeher unter dem Motto: „Nase reinstecken. Löcher in den Bauch fragen. Ausprobieren.“ Ziel ist es, Kindern frühzeitig Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen.

Die Idee stammt ursprünglich aus Belgien. Matthias Sauerland vom Jugendamt des Märkischen Kreises lernte dort den sogenannten Roefeltag kennen und brachte das Konzept in die Region. Die Gemeinde Herscheid übernahm die Vorreiterrolle und veranstaltete 1999 den ersten Stöbertag im Märkischen Kreis.

Mittlerweile haben weitere Kommunen im Märkischen Kreis das Konzept übernommen. In Herscheid fand am Donnerstag bereits die 26. Auflage der Aktion statt.