Mit einem Dutzend Schnitzbänken und archaisch anmuten Drechselbänken, alles selbst gemacht, will er Menschen handwerkliche Fähigkeiten vermitteln. Bohren heißt für ihn nicht, den Akkuschrauber gerade halten zu können, sondern zu erfahren, „dass es eine Drehbewegung ist.“ Drei grundlegende Techniken vermittelt er: sägen, spalten, schneiden – mit ganz verschiedenen Werkzeugen. Was früher auf jedem Dorf üblich war und heute noch in Skandinavien oder England Tradition hat, Küchenhilfen aus Holz herzustellen etwa, lässt sich in Heuberges mobiler Werkstatt erlernen und ausprobieren.
Vor allem in Schulen und pädagogischen Einrichtungen ist er gern gesehener Gast. Übers Wochenende vermittelt er alte Kulturtechniken am Heed in Meinerzhagen. Davor war er eine Woche in einer Jugendhilfeeinrichtung in Olpe. „Bei mir lernen Menschen unterschiedlichen Alters mit eigenen Händen etwas zustande zu bringen“, schildert er sein Anliegen. Kinder müssten lernen, was sie wollen und wie sie das erreichen.
Bildergalerie









Genau darum gehe es: Es nicht alles da und manches kann man selbst machen. Kinder seien schnell mit Begeisterung dabei. Es liege in der Natur des Menschen, mit den Händen etwas machen zu wollen. Die handwerkliche Tätigkeit fördere auch „Verständnis für die Dinge. Bevor man schnitzen kann, muss man sägen“, nennt er einfaches Beispiel.
Selbsterfahrung im Eiltempo
Rose-Mare Kleinjung findet den Ansatz toll und „kann hier was lernen:“ Nach kurzer Einweisung schält sie mit dem Ziehmesse dünne Späne von einem Stück Haselholz, ohne sie ganz abzuschneiden. Am Ende des Aststücks bilden die Späne eine „vielblättrige“ Rosette. Michael Heubergerr reicht die Rosette rum. „Wonach sieht es aus. Und wonach riecht es?“ Die Antworten fallen unterschiedlich aus: Blume, Pinsel, Klobürste. Heuberger bringt von unten eine kleine Bohrung an, steckt einen frischen dünnen Zweig mit Blättern hinein – und übereicht der jungen Dame die Blume, die nach Melone duftet. – Ein Erfolgserlebnis zum Mitnehmen und nette Deko dazu.
- Die Grünholz-Werkstatt ist noch am 19. und 20. Juni, jeweils von 10 bis 16 Uhr, geöffnet. Standort: Hexeneiche am Heed, Nähe Wanderparkplatz.









