Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Halver lehnt die Baugebiete Schillerstein/Herksiepe ab. Die Stadt benötige die Flächen nicht, und Politik müsse mit ihren Aussagen verlässlich bleiben, so die Begründung
Fraktion hinterfragt Planungsverfahren
In ihrem Blog im Internet hinterfragt die Fraktion das Planungsverfahren und begründet die Abkehr von der früheren Zustimmung. "Das erste und wichtigste Argument betrifft die Verlässlichkeit. Wir hatten mit dem vorherigen Beschluss für das kleinere Gebiet sowohl den Anwohnern als auch der Gesamtstadt versprochen, auf einer kleineren Fläche zu planen. Mit der Rückkehr zu der größeren Variante brechen wir quasi dieses vorher gegebene Versprechen. Das ist für uns ein zentraler Punkt." Und weiter: "Politik muss verlässlich sein und muss zu ihrem Wort stehen“, so Sina Löschke aus dem Fraktionsvorstand.
"Versprechen gebrochen"
Von der Verkleinerung auch aufgrund von inzwischen ausgeräumten Hochwasser-Bedenken waren die Verwaltung und eine politische Mehrheit im Frühjahr abgerückt, um die Wirtschaftlichkeit bei einer späteren Vermarktung der Flächen zu verbessern. Diese Entwicklung sehe man kritisch, heißt es in dem Beitrag. Das Versprechen an die Bürgerschaft werde gebrochen.
Sinkender Bedarf
Das weitere zentrale Argument betrifft den angenommenen Bedarf: "Halver hat sinkende Einwohnerzahlen, und auch für die Zukunft werden weiter sinkende Einwohnerzahlen vorausgesagt. Laut aktueller Prognose von it.nrw für den Zeitraum 2024 bis 2050 soll die Bevölkerungszahl in der Stadt Halver um gut neun Prozent abnehmen. Bis zum Jahr 2050 wird eine Einwohnerzahl von etwa 14.880 erwartet. Aktuell hat die Stadt etwa 16.322 Einwohner."
Gleichzeitig sei die Errichtung von Wohnraum für Mehrfamilienhäuser für mehrere Stellen angekündigt — am früheren Lidl-Markt und dem Ex-Kostal-Gelände. Für Bürger, die sich aus Altersgründen verkleinern und ihre Häuser abgeben möchte, bestehe damit Gelegenheit zum Umzug. Freiwerdende Flächen könnten von Familien genutzt werden, ohne dass für diesen Bedarf neue Flächen in Anspruch genommen werden müssten.
Sozialer Wohnungsbau in Sicht
Das bedeute zugleich, dass weniger Fläche für mehr Wohnraum benötigt werde, wichtig gerade in Zeiten globaler Umweltkrisen. "Das Konzept des klassischen Eigenheims auf großer Fläche passt nicht mehr uneingeschränkt zu den Anforderungen einer nachhaltigen Stadtentwicklung", so die Überlegung.







