Viele Faktoren kamen zusammen, um dieses Szenario möglichst realistisch zu proben: Gleich mehrere Rettungsorganisationen wollten sich beteiligen, außerdem diente ein derzeit unbenutzter Eisenbahntunnel als Schauplatz. Die Bahn hatte keine Einwände. Dies galt auch für den Besitzer eines großen Industriegeländes in der Ortslage Pulvermühle. Von dort gibt es einen Treppenaufgang zur Bahnstrecke Hagen-Brügge, unmittelbar zum Tunnel „Twieströmen“.
An der Bahnstrecke erwartete die ersten Kräfte der Löschgruppe Dahlerbrück am Mittag eine stark rauchende Tunnelröhre, in der es offenbar massiv brannte. Sogleich wurde von „Feuer 1“ auf „Feuer 2 – mehrfache Menschenrettung, ManV 25“ hochalarmiert. Die Abkürzung „ManV 25“ hat es in sich: Hier rückt einer Armada des Rettungsdienstes aus. Zahlreiche Rettungsassistenten, Notärzte und leitende Kräfte fahren auf schnellstem Wege zur Einsatzstelle.
Besonders brisant beim geübten Szenario: Während bei realen Einsätzen mit zahlreichen Verletzten zumeist ein erheblicher Anteil lediglich wegen leichter Blessuren zu behandeln ist, hatte man es am Samstag mit Schwer- oder gar lebensgefährlich Verletzten zu tun. Die Komparsen lagen teilweise an verschiedenen Stellen in den beiden Tunnelröhren, mussten betreut und behandelt werden. Sicher keine einfache Situation, zumal die mit Theaterschminke präparierten „Opfer“ für einen Gänsehaut erzeugenden Anblick sorgten.
Wenn auch nur inszeniert, war die Stimmung dennoch oftmals gespenstisch und beklemmend. Dies war zweifellos gewollt, denn niemand sollte die Übung auf die leichte Schulter nehmen.
Der Fokus der Großübung lag eindeutig auf der Koordination und Kommunikation der Retter verschiedener Gattungen. So wurde auch das THW, das sonst häufig autark arbeitet oder die Arbeit der Feuerwehr etwa durch Ausleuchten von Einsatzstellen unterstützt, auf eher ungewohnte Weise gefordert: Nachdem die 15 Kräfte des Ortsverbands Halver ihr Schienenfahrzeug mit dem Namen „Rüstsatz Bahn“ aufgebaut hatten, leisteten sie Tragehilfe. Anschließend erhielten die „Verletzten“ nach ihrer Rettung aus den Tunnelröhren eine erste Versorgung und wurden mit Tragen zu einem Sammelplatz in einem Gebäude auf dem Industriegelände gebracht. Dort wurden sie für den Weitertransport ins Krankenhaus stabilisiert.
Natürlich wurde von den Feuerwehrleuten auch das Löschen der brennenden Tunnelröhre geübt. Mit von der Partie war die benachbarte Feuerwehr Breckerfeld. Dort hat man die Einladung zur Übung gerne aufgegriffen. Auch das DRK Dortmund ließ sich nicht lange bitten: Gleich ein halbes Dutzend Rettungswagen des Roten Kreuzes sowie einer des Lünener Regelrettungsdienstes warteten auf einem Parkplatz an der Glörtalsperre auf den Übungsalarm. So sammelten sich auf dem Industriegelände eine Karawane von Einsatzfahrzeugen.




















































Nach rund zwei Stunden waren die wesentlichen Aufgaben der Großübung absolviert. Einige Beteiligte wirkten infolge der Anstrengung und der heißen Temperaturen ziemlich ausgelaugt. Im realen Einsatz würde niemand nach zwei Stunden „den Hammer fallen lassen“, doch die schweißnassen Haare unter den Helmen machten deutlich, warum länger dauernde Einsätze wie etwa große Waldbrände einen hohen Personalaufwand benötigen. Bei der Übung jedoch war keine Ablösung vorgesehen. Stattdessen gab es Manöverkritik und ein deftiges Mittagessen.
Ziel solch einer Übung: Verbesserungspotential und mögliche Schwachstellen aufzeigen. Kein Einsatz ist wie der andere, ganz besonders eine derart spezielle Gefahrenlage nicht. Daher ist Training elementar wichtig, um aufzudecken, wo es effizienter laufen kann. So gab es auch am Samstag Ideen, wie Kommunikation und Koordination an der einen oder anderen Stelle optimiert werden könnten.
Die Bilanz: Angesichts des Umfangs und der Intensität der Übung war der Ablauf und das Ergebnis mit den zahlreichen Beteiligten durchaus respektabel.









