Bald ist es wieder so weit und startet die nächste Saison der Aktion Weihnachten im Schuhkarton. Etliche Plettenbergerinnen stricken das ganze Jahr über für das Hilfsprojekt. Eine von ihnen ist Edeltraut Marschallek. Die ehemalige Besitzerin des früheren Handarbeitsgeschäfts in der Innenstadt engagiert sich schon länger für den guten Zweck und steuert jedes Mal Schals, Mützen, Strümpfe, aber vor allem zahlreiche Pullover bei.
„Ich hab noch gar nichts für mich gestrickt in diesem Jahr, nur für Weihnachten im Schuhkarton“, schmunzelt sie, als sie der Sammelstelle der evangelischen Kirchengemeinde zwei große volle Säcke überreicht. Engagement kiloweise. „Wir haben hier überall Wolle liegen, fragen sie mal meinen Mann“, lacht sie und ergänzt: „Ich kann an keinem Handarbeitsgeschäft vorbeigehen.“
Auf Weihnachten im Schuhkarton sei sie durch die damalige Sammelstellen-Leiterin Ingrid Plaga aufmerksam geworden. „Wir kannten uns, weil unsere Kinder zusammen zur Schule gegangen sind. Da habe ich zu ihr gesagt, dass ich doch auch mitmachen könne“, erinnert sich die Strickbegeisterte, und so fing sie vor einigen Jahren an, die Wollreste aus ihrem Geschäft zu verstricken.
Wer Edeltraut Marschallek erlebt, erkennt sofort: Stricken ist ihre große Leidenschaft. Kein Wunder, wenn so viele Pullover zusammenkommen, sie strickt jeden Tag.
Stricken von der Mama gelernt
Erste Berührungspunkte hatte sie schon in jungen Jahren. Ihre Mama habe viel gestrickt und in der siebten Klasse hatte sie Handarbeiten, da war sie 13 Jahre alt. Drei Jahre später lernte sie ihren Mann kennen, seine Mutter hatte das Handarbeitsgeschäft Thomas und Marschallek. „Da konnte ich mir viel abgucken und habe auch Muster gelernt“, schwärmt die 71-Jährige. Nach einer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau arbeitete sie erst in einem Lebensmittelgeschäft, bevor sie Anfang der 70er Jahre zu ihrer Schwiegermutter in den Laden wechselte. 1990 übernahm sie das Geschäft.
„Kunden haben ihre unvollendeten Pullis gebracht und die habe ich abends nebenbei zu Ende gestrickt. Das hat aber Spaß gemacht“, blickt sie zurück. Noch heute drückten Leute ihr Bedauern über den seit 2005 geschlossenen Laden aus, da man wegen zwei Knöpfen immer nach Attendorn fahren müsse.
„Stricken ist für mich ein schönes Hobby, Entspannung und Zeitvertreib“, sagt sie. Außerdem ginge das überall, ob mit „Füße hoch auf dem Sofa“ oder während einer Autofahrt. Ihr Hobby teilt die zweifache Mutter und Oma von drei Enkelkindern mit sechs weiteren Frauen. Seit fünf Jahren treffen sie sich jeden Montagnachmittag bei ihr im Esszimmer oder auf der Terrasse. „Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich ihr das beibringen könne, jetzt kann sie Socken stricken.“
Auch bei der Sammelstelle freut sich jemand über einen Expertenrat. „Einen Schal beenden? Einfach abketten.“ Und schon zeigt Edeltraud Marschallek, wie es geht.
Herzliche Einladung zu gemeinsamer Handarbeit
„Jeder kann kommen, ich helfe gern“, betont sie. Besonders gern hilft sie, wenn es um Kinder geht. Schon ist sie beim Thema „Weihnachten im Schuhkarton“ und damit bei der Not vieler osteuropäischer Kinder. „Wenn man das Elend sieht, muss man doch was tun“, sagt sie sichtlich bewegt. Und so wird sie nicht müde, weiter kuschelige Sachen zu stricken, die sich in liebevoll gepackten Päckchen zu genau diesen Kindern auf den Weg machen.
Wer Lust hat, mit anderen Frauen zusammen zu handarbeiten, ist herzlich eingeladen, montags dazuzukommen (Kontakt: Edeltraut Marschallek, Tel. 02391 13640).








