In ihrer 50-jährigen Ehe hat das Jubelpaar Adelheid und Jürgen Gronau viel erlebt und die beiden erwiesen sich als redefreudige Gastgeber. So erzählten sie viel aus ihrem bewegten Leben – man könnte Bücher damit füllen.
So richtig in Rente seien Adelheid und Jürgen Gronau eigentlich nicht. Das rüstige Paar betreibt „einen kleinen, aber feinen Wein- und Sekthandel – und das bereits seit 26 Jahren“ – zu Beginn natürlich als Nebenjob. Das ist allerdings nicht alles: „Wir engagieren uns auch ehrenamtlich beim Roten Kreuz und betreuen momentan die Blutspenden-Termine vor Ort“, erklärt Jürgen Gronau.
Vor 50 Jahren wurde das Paar in Brügge getraut. Sie ist Oberbrüggerin, ostpreußische Spätaussiedlerin; er kam im Alter von 16 Jahren mit der Familie von Köln-Porz (damals noch eine eigene Stadt) nach Halver. Sein Vater war Bäckermeister und eröffnete am Ort eine Bäckerei. Jürgen Gronau schloss zwar eine Bäckerlehre ab, musste aber krankheitsbedingt umsatteln. Seit 1971 bis zur Rente arbeitete er bei Hofmeister Leuchten in Lüdenscheid.
Adelheid Gronau absolvierte eine Schneider-Lehre, fand aber schnell zur Transponder-Herstellung bei Neosid am Langenscheid. Hier feierte sie im letzten Oktober ihre 50-jährige Zugehörigkeit in der Entwicklungsabteilung – und auch heute noch arbeitet sie einen Tag in der Woche in der Firma.
Auf die Frage, ob es ein Geheimrezept für das lange Funktionieren ihrer Ehe gebe, antwortet Adelheid Gronau lachend: „Ja, wir haben beide gearbeitet und haben uns kaum gesehen“, aber natürlich haben sie viele gemeinsame Hobbys wie etwa den Weinhandel und das Reisen. Noch vor wenigen Wochen waren sie wieder in Südtirol, reisen aber auch gerne in Länder wie Kroatien. Zudem fahren sie schon seit nunmehr 45 Jahren in ein Stammhotel in die Eifel oder in den Schwarzwald – oft verbunden mit dem Weinhandel, denn badische Weine seien besonders gut.
Ihr Eigenheim an der Mozartstraße hat das Paar vor vier Jahren veräußert. Der Grund: „Wir wollten unabhängiger sein. Die neue Wohnung schließen wir ab, fahren einfach in Urlaub und müssen uns nicht um Haus und Garten kümmern.“
Von den Berichten aus dem Eheleben der Gronaus bekam ein Gratulant aus dem Rathaus zunächst wenig mit: Bürgermeister Michael Brosch ließ auf sich warten. Ein Anruf von Jürgen Gronau brachte Klarheit: Michael Brosch habe die falsche Uhrzeit im Kalender, mache sich aber sofort auf den Weg. Gesagt, getan. Der Bürgermeister gratuliert dem Jubelpaar, überreichte eine Urkunde der Stadt – und eine Weinflasche. Deren bedrucktes Konterfei zeigt den Halveraner Karls-Turm und die dazugehörige Geschichte. Eine Idee, die von dem Ehepaar Gronau ausging. Ein weiteres Flaschenmotiv: das Rathaus.

Erzählt wurde weiterhin viel und vermutlich gibt es auch viel zu erzählen, wenn das freudige Jubiläum am Samstag im bergischen Nachbardorf Egen im größeren Kreis gefeiert wird.









