Das Präventionsteam der Deutschen Bahn besucht am heutigen Montag und morgigen Dienstag die Fünft- und Sechstklässler. Im Gepäck haben sie einen Film. Anschaulich demonstriert er die Gefahren. Kinder, die noch eben schnell über die Gleise huschen wollten, auf einen Mast kletterten, um ein Spielzeugflugzeug fliegen zu lassen, sich zwischen den Zügen versteckten und vom Sog mitgerissen wurden – sie alle überlebten nicht. Drastische Geschichten, die deutlich machen sollen, wie gefährlich die Bereiche rund um die Gleise sind.
„Die Veranstaltung findet statt, weil es immer wieder Schüler gibt, die über die Gleise laufen“, erklärt Schulleiterin Gurdrun Reineke-Bartelt. Gerade für die Jugendlichen am Standort Nachrodt hat die Aktion eine besondere Bedeutung. Vor wenigen Wochen kam eine junge Nachrodt-Wiblingwerderin bei einem Zugunglück in Hohenlimburg ums Leben, viele Schüler kannten sie. „Ich denke, für die Schüler ist das Thema dadurch nicht so abstrakt. Viele denken sonst vielleicht, dass sie das nie betreffen wird. Aber hier ist das jetzt schon anders, ich denke es herrscht eine andere Sensibilität“, berichtet Klassenlehrerin Julia Retzlaff. Ihre Schüler der 6a sind aufmerksam bei der Sache. Schnell entsteht ein Gespräch zwischen den Präventionsberatern und den Jugendlichen. „Lauft ihr über eine Autobahn?“, fragt Jeff Dahlke. „Nein, ich bin ja nicht irre“, kommt prompt die Antwort. „Wenn ihr nicht über die Autobahn geht, warum geht ihr dann über die Gleise? Das ist tatsächlich noch viel gefährlicher“, erklärt Dilara Ceviz. Züge seien mitunter blitzschnell. Wie schnell macht ein Beispiel deutlich, dass Jeff Dahlke den Kindern vorstellt: „Ein schneller Zug braucht nur drei Sekunden, um auf einem großen Fußballplatz von einem Tor zum anderen zu fahren. So schnell kommt niemand über die Gleise.“ Zudem seien die Schienen glatt und die Steine im Gleisbett echte Stolperfallen.
Nicht zu unterschätzen sei auch die Sogwirkung. Wer zu nah an den Gleisen stehe, könne mitgerissen werden. Daher sollten die weißen Begrenzungszeichnungen auch am Bahnsteig ernst genommen werden. „Es kommt immer wieder vor, dass Züge den Bahnhof nur durchqueren ohne anzuhalten. Da sind die dann schon schnell“, erklärt Jeff Dahlke. Ein Schüler bestätigt das. Er habe das schon einmal selbst erlebt als er mit seiner Mutter am Bahnsteig stand.
Ein Thema, das den beiden besonders am Herzen liegt, ist die Gefahr durch die Leitung. „15.000 Volt sind darauf. Aus der Steckdose kommen gerade einmal 230 und die sind schon lebensgefährlich“, warnt Jeff Dahlke. Zudem müssten die Jugendlichen daran denken, dass der Strom auch überspringen könnte. So müsse mindesten 1,50 Meter Abstand gehalten werden. „Gefährlich sind also zum Beispiel auch Heliumluftballons an langen Bändern“, betont Dahlke.
Am morgigen Dienstag wird die Veranstaltung fortgesetzt, dann sind auch Beamte der Bundespolizei dabei.










