Wenn es im Schul- und Sportausschuss des Märkischen Kreises um Baumaßnahmen geht, dann betreffen die entweder die Berufskollegs und Förderschulen in Trägerschaft des Kreises oder das kreiseigene Schullandheim auf Norderney. Die Sanierung der Einrichtung auf der Nordsee-Insel, die unlängst erst für 2022 mit 24.490 Belegungstagen und 5.018 Gästen eine Rekordbilanz in ihrer 100-jährigen Geschichte vermelden konnte, war dieses Mal Thema.
Die Sitzung fand im Berufskolleg des Märkischen Kreises an der Hansaallee in Iserlohn statt. Das Schullandheim war gleich zweimal Thema – neben der Vorstellung der Sanierungsarbeiten für den Zeitraum bis 2027 war auch die Anhebung Nutzerentgelte.
„Die letzte Sanierung des Schullandheims erfolgte im Jahr 1991. Das sieht man dem Gebäude auch an“, erklärte Manfred Fischer, Gebäudemanager beim Märkischen Kreis, den Kreispolitikern. Deshalb sei ein Sanierungsplan für die Jahre 2022 bis 2027 erarbeitet und festgelegt und bereits im Bau- und Straßenausschuss vorgestellt worden. „Wir wollen keine Reservierungen stornieren. Deshalb werden die Sanierungsmaßnahmen im laufenden Betrieb und in den belegungsfreien Zeiten erfolgen. Es gibt ja sogar schon Buchungen für 2029“, so Fischer. Die Arbeiten seien schon im vergangenen Jahr gestartet. Die zwölf Fenster der Veranda seien bereits ausgetauscht worden – Kostenpunkt 55.000 Euro.
Neben der kompletten Erneuerung des Mobiliars, der Erneuerung der Speiseräume und der Zimmer stehe auch eine energetische Sanierung auf der Wunschliste. Manfred Fischer: „Wir werden einen Energieberater durchs Haus schicken, der uns Vorschläge macht. Eine Photovoltaik-Anlage sowie der Einbau einer Wärmepumpe wären denkbar.“ Und auch an die jugendliche Nutzerschaft wird gedacht: WLAN-Zugang soll ausgebaut werden.
Die Sanierungsmaßnahmen werden helfen, das Schullandheim auf Dauer zu finanzieren und die Kosten für die Teilnehmer an den Klassenfahrten gering zu halten. Nach Abschluss der Arbeiten, für die bis 2027 knapp fünf Millionen Euro kalkuliert sind, sei das Schullandheim für die Zukunft gut aufgestellt. „Handeln wir jetzt nicht, würde die Nachfrage sinken“, prognostiziert der Gebäudemanager.
Der genaue Ausbauplan:
2022 (erledigt)
Dez. Austausch der 12 Verandafenster, Bj. 1991, 55.000 Euro
1. Hj 2023 – Sanierung/ Modernisierung der Turnhalle, 90.000 Euro
Nov.-Dez. – Modernisierung von 3 Gästezimmern im Ostflügel 2.OG, 42.562 Euro (einschl. Flur)
Nov.-Dez. – Modernisierung von 11 Gästezimmern im Mittel- und Hauptgebäude 2.OG, einschl. Flur, 156.062 Euro
2023-2024
Nov. 2023 bis Sept. 2024 – Ausbau des Dachgeschosses des Ostflügels (Bj. 1959) zu Wohnungen, 1.200.000 Euro
Nov. 2023 bis März 2024 – Sanierung/ Modernisierung des 3. OGs, Hauptgebäude Spatzenetage, 288.000 Euro
2024
Nov.-Dez. – Modernisierung von 14 Gästezimmern im 1.OG einschl. Flur, 198.625 Euro
Wohnhaus, Fassadensanierung,71.000 Euro
Haupt- und Nebengebäude, Außenanstrich, 150.000 Euro
2025
Jan.-März – Modernisierung Ferienappartements nach Fertigstellung der Wohnungen im Ostflügel, 75.000 Euro
Nov.-Dez. – Modernisierung von 4 Gästezimmern, Lesezimmer im EG , 56.750 Euro
einschl. Flur, 32.000 Euro
Modernisierung Büros im EG, 58.000Euro
Modernisierung Klassenraum, 32.000 Euro
Modernisierung Küche/ Sozialbereich, 75.000 Euro
2026
Nov.-Dez. – Modernisierung von 2 Speiseräumen, 114.000 Euro
Veranda, Buffetbereich, 55.600 Euro
2 Treppenhäuser, 72.000 Euro
Foyer, Flur EG, WC-Anlagen, 70.000 Euro
Strandgarderobe, 32.000 Euro
3. Gruppenraum, 11.400 Euro
Allerdings müssen die Nutzer ab 1. April mehr für einen Aufenthalt im Schullandheim zahlen.
Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Schul- und Sportausschusses die Anhebung der Gebühren. Wesentlich für die Erreichung des Produktziels 97-prozentige Kostendeckung ist die Balance zwischen kontinuierlicher Qualitätssteigerung sowie einer möglichst kostendeckenden Bewirtschaftung in Verbindung mit Einsparmaßnahmen, so die Kreisverwaltung in ihrer Sitzungsvorlage.
Um den angestrebten Kostendeckungsgrad erreichen zu können, ergibt sich die Notwendigkeit, ab dem 01.04.2023 folgende Entgelte zu erheben:
A) Schulen sowie Freizeiten der öffentlichen und freien Jugendträger
Vollpension inkl. Kurtaxe Nov. bis März April bis Oktober 35 Euro künftig 38 Euro
Pro Schulklasse werden zwei Freiplätze für Begleitpersonen gewährt.
B) Aufenthalte von Privatreisenden (Gruppen, Familien oder Einzelreisende) im
Haupthaus
Vollpension zzgl. Kurtaxe Nov. bis März April bis Oktober
Erwachsene 48 Euro, künftig 53 Euro
Kinder (2 – 6 Jahre) 24 Euro, künftig 26 Euro
Kinder (7 – 17 Jahre) 35 Euro, künftig 38 Euro
Für die Benutzung eines Mehrbettzimmers als Einbettzimmer wird i.d.R. ein Zuschlag von 10 Euro pro Tag erhoben.
C) Aufenthalte von Privatreisenden in den Appartements
Für Aufenthalte in den beiden Ferienappartements des Schullandheims soll wie bisher für Erwachsene ein Zuschlag in Höhe von 3 Euro/Tag und für Kinder in Höhe von 2 Euro/Tag berechnet werden. Die zu erwartenden Mehreinnahmen werden auf Basis der Belegungszahlen des Vorpandemiejahres 2019 für den Planungszeitraum 2023 berechnet. In 2019 erreichte das Schullandheim 22.556 Übernachtungen. Bei einer Preissteigerung von 5,00 Euro pro Übernachtung werden Mehrerlöse in Höhe von 112.780 Euro erzielt.
Die zuständige Fachbereichsleiterin Jugend und Schule beim Kreis, Iris Beckmann-Klatt, erinnerte die Kreispolitikerinnen und -politiker an die Vorgaben des Kreistages, die Nutzergebühren alle drei Jahre anzupassen. „Wir setzten die Gebühren jetzt erst einmal bis zum Ende dieses Jahres fest, danach müssen wir neu kalkulieren“, so Beckmann-Klatt mit Blick auf die gestiegenen Energie- und Verpflegungskosten. Sie fügte hinzu: „Wir müssen uns keine Sorgen um das Haus machen.“
Hintergrund
Das zentral gelegene Schullandheim bietet 32 modern ausgestatte Ein- bis Sechsbettzimmer für insgesamt 96 Gäste. Mit zwei multifunktional ausgestatteten Gruppenräumen und einer Turnhalle eignet sich das Schullandheim vor allem für Klassenfahrten und Gruppenreisen, aber auch Familien und Einzelreisende können buchen. Darüber hinaus werden Familienaktionswochen für Eltern mit Kindern aller Altersgruppen angeboten. Das Buffet bietet Vollverpflegung mit Frühstück, Mittag- und Abendessen. Buchungsanfragen sind über [email protected] oder Telefon 04932/2268 möglich.
Gespräche mit dem Kreis Olpe über St. Laurentius-Schule
Zur Kenntnis bekamen die Schulpolitiker von der Verwaltung den Sachstand über die Gespräche zwischen dem Märkischen Kreis und dem Kreis Olpe als Träger der Schule St. Laurentius, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, in Attendorn.
Aktuell besuchen 64 Schüler aus dem Märkischen Kreis die St. Laurentius-Schule. Der Kreis Olpe hatte ein Gutachten zur Schulentwicklungsplanung in Auftrag gegeben. Die Vertreter des Kreises Olpe hätten eine enge Einbindung der Schülerinnen und Schüler aus dem Märkischen Kreis zugesagt und es bestehe von dort auch weiterhin ein hohes Interesse an einer gemeinsamen Lösung, so die MK-Schulverwaltung.









