Mithilfe der Baubetriebshofmitarbeiter bringt der Frühling Farbe in die Stadt. Pflanzen, säubern, mähen. Die Aufgaben sind vielfältig und manchmal fallen sie beim Gang durch die Stadt gar nicht auf. Aber ohne die Mitarbeiter mit dem "grünen Daumen" könnte sich der Frühling nicht in seiner ganzen Pracht zeigen.
Klaus Ostermann freut sich über den Regen der letzten Tage, denn der April war für den Leiter des Baubetriebshofes viel zu trocken. Das bedeutet nicht nur Stress für die Pflanzen, sondern auch Mehrarbeit für ihn und seine Mitarbeiter, denn neben den Pflanz- und Säuberungsarbeiten sind dann auch schon im Frühjahr Bewässerungen nötig.
Seit elf Jahren ist Klaus Ostermann unter anderem dafür zuständig, dass sowohl die Innenstadt als auch die Ortseingänge und Außenbereiche einen gepflegten Eindruck hinterlassen.
Deshalb ist eine der Aufgaben, die jedes Frühjahr anstehen, das Pflegen vorhandener und die Anlage neuer Beete. "Wir gehen dazu über, nach und nach die vorhandene Wechselbepflanzung durch mehrjährige Stauden zu ersetzen, um damit auch für uns eine Arbeitserleichterung zu schaffen", sagt Ostermann.
18 Mitarbeiter sind im Baubetriebshof beschäftigt, davon vier im Hochbau, fünf im Grünbereich, und neun im Straßenbau. Für die Mitarbeiter des Grünbereichs fallen ganzjährig Aufgaben wie die Entfernung von Müll und auch immer wieder von Hundekot an. Vor allem die vielen Hinterlassenschaften der Hunde seien schon ärgerlich, sagen Ostermann und seine Mitarbeiterin Kathrin Kaps. „Wenn wir Leute sehen, die das Häufchen ihres Hundes nicht entsorgen, bekommen wir oft nur zu hören, schließlich zahle man dafür ja Hundesteuer“, erzählen sie leicht resigniert.
900 Pflanzen für den Eingangskreisel
Im Frühjahr kommt dann die Arbeit an den Beeten dazu. „Wir verbessern alles, was nicht mehr schön ist“, sagt Ostermann. Ein gutes Beispiel für die Veränderungen sind die Beete an der Kreuzung Elberfelderstraße/B229/Gutenbergweg. Auf der einen Seite ist noch die durchgehend mit immergrüner, an Unkraut erinnernde Bepflanzung zu sehen, auf der anderen Seite wurde bereits ein abwechslungsreiches Beet mit Stauden, Tulpen und anderen blühenden Pflanzen angelegt.
Auch der Stadteingang aus Richtung Lüdenscheid soll verändert werden. Als nächstes größeres Projekt steht dort, nach den Eisheiligen, die Neubepflanzung des großen Kreisels an. Das Stadtwappen von Halver wird mit frischen, zum Wappen passender, blühender Wechselbepflanzung dargestellt. Für die Wappen der Partnerstädte Hautmont und Katrinenholm werden Klaus Ostermann und sein Team neben gelb blühenden Stauden erstmals auch schwarze Gräser für die dauerhafte Gestaltung nutzen. Pro Wappen kommen dabei rund 300 Pflanzen zum Einsatz.
Die frisch gesetzten sowie alle anderen blühenden Pflanzen brauchen im Anschluss noch Dünger. "Blühende Pflanzen sind Hochleistungssportler, die brauchen was an den Füßen", erklärt Ostermann diesen unbedingt notwendigen Arbeitsschritt.
Arbeiten im Jahreskreislauf
„Es ist halt immer ein Kreislauf“, sagt Ostermann. Neben den Verschönerungsarbeiten stehe, wie in jedem privaten Garten auch, im Frühjahr die Entfernung von Unkraut oder Beikräutern auf dem Plan des Baubetriebshofs. Ein großes Problem stelle dabei die Bekämpfung des Bärenklau dar.
Diese Pflanze, die bei Berührung Brandverletzungen verursacht, wächst besonders gern an Bachläufen und entlang der Volme. „Ihr kann man nur Herr werden, wenn alle helfen“, weiß Ostermann und bedauert, dass Halver seines Wissens nach die einzige Kommune ist, die diese Pflanze intensiv bekämpft.
„Es hilft nur, sie frühzeitig abzuhacken, denn der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln ist, gerade im Bereich der Bachläufe, schwierig.“ Er rät allen Privatleuten, die diese Pflanze auf ihren eigenen Grundstücken finden, sie nach dem Roden in den Restmüll zu geben oder in der Feuertonne zu verbrennen. „Sie gehört, genau wie das Jakobskreuzkraut definitiv nicht in den Kompost“, warnt er.
Dieser gelbe Korbblütler wächst gerne auf Wiesen und an Wegrändern und ist hochgiftig. Er wird vom Baubetriebshof aber nicht gesondert bekämpft, sondern im Rahmen der Pflege von Wanderwegen und Straßenrändern mit gemäht. „Auch hier hilft es, wenn jeder mithilft, diese Pflanze zu reduzieren“, wünscht sich Ostermann.
Mit Hochdruck gegen Unkraut
Auf gepflasterten Flächen entfernen die Mitarbeiter das Unkraut mit einem fahrbaren Hochdruckreiniger. Bei 40 bar Druck und einer Wassertemperatur von 99 Grad wird das unerwünschte Grün einfach verkocht. Nur in den Beeten selbst ist nach wie vor Handarbeit angesagt.
Mähen oder nicht mähen – Es kommt auf den Standort an
Regelmäßig mähen die Mitarbeiter des Baubetriebshofes auch die Park- und Wiesenflächen im Stadtgebiet. Außerhalb der Stadt, wie am Wandertreff „Winkhof“, werden städtische Grünflächen aber auch bewusst unbearbeitet gelassen, um eine wilde Wiese für Insekten und Kleintiere zu schaffen.
Auch im Stadtgebiet soll ein Schlaraffenland für Schmetterlinge, Bienen und Co. kontrolliert wachsen dürfen. Daher wurden unter den Bäumen in der Von-Vincke-Straße Wildblumensamen ausgebracht.
Vandalismus, Trimmpfad und Spielplätze
Zur Freude der Mitarbeiter des Baubetriebshofes gebe es in Halver in ihrem Bereich aber so gut wie keinen Vandalismus. „Ja, im Hohenzollernpark wurden mal die Blüten der Stauden abgemacht und es sind ein paar Tulpen verschwunden — aber vielleicht war das ja ein Mitbringsel für die Frau zu Hause“, relativiert er den Schaden mit einem kleinen Schmunzeln.
Auch das Kneippbecken an der Herpine gehört zum Aufgabenbereich des Baubetriebshofes. Die Mitarbeiter säubern das Becken und füllen es wöchentlich auf. „Sollten Nutzer des Beckens oder Spaziergänger sehen, dass dort größere Verschmutzungen entstanden sind oder sogar Scherben im oder um das Becken herumliegen, können sie uns jederzeit anrufen. Dann fahren wir auch außerhalb des Rhythmus hin, um Verletzungen zu verhindern. Das bezieht sich natürlich auch auf den gesamten Trimmpfad“, versichert Ostermann.
Fotogalerie
Ebenso ist der Baubetriebshof dafür zuständig, im Bereiche der Kinderspielplätze Verschmutzungen zu entfernen. Überquellende Mülleimer und volle Hundekotbeutel, die teils um die Spielgeräte herum verteilt werden, müssen entsorgt werden. „Am Zentralspielplatz haben wir oft ein weiteres Problem. Da stellen sich abends oder nachts häufiger Jugendliche am Toilettenhäuschen unter, vor allem bei Regen, und wir finden am Morgen Zigarettenkippen, Bier- und Schnapsflaschen – ganz oder in Scherben.“
Ein gutes Team
Für all diese Arbeiten, die das Stadtbild verschönern und die dazu beitragen, den Aufenthalt in Halver lebenswert zu machen, sind die Mitarbeiter des Baubetriebshofes das ganze Jahr aktiv. „Um bei uns arbeiten zu können, muss man einfach ins Team passen und bei Wind und Wetter draußen sein wollen“, beschreibt Ostermann die wichtigste Voraussetzung für eine Mitarbeit im Baubetriebshof. Im Grünbereich gebe es zwar aktuell keine freien Stellen, aber für den Straßenbau werden drei weitere Mitarbeiter gesucht.






