Friedhelm Kreft steht weiterhin an der Spitze der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) im Märkischen Kreis. Der 67-Jährige wurde als Vorsitzender des Bezirksverbands Westfalen Mitte-Süd für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Damit bleibt er zentraler Ansprechpartner für Beschäftigte unter anderem im Baugewerbe, in der Gebäudereinigung sowie in der Land- und Forstwirtschaft.

Überregionale Nachrichten

Vertreter für mehrere tausend Beschäftigte

Nach Angaben der Arbeitsagentur arbeiten im Märkischen Kreis rund 2850 Menschen im Bauhauptgewerbe und etwa 3470 in der Gebäudereinigung. Kreft, selbst gelernter Maurer, kennt die Branche aus eigener Erfahrung: „Ob auf der Baustelle, im Garten- und Landschaftsbau oder in der Reinigungsfirma — gerade am Arbeitsplatz kommt es darauf an, dass die Menschen an einem Strang ziehen“, betont der wiedergewählte Vorsitzende. Gute Löhne und Arbeitsbedingungen müssten aktiv erkämpft werden: „Die fallen nicht vom Himmel.“ Er appelliere an die Beschäftigten in der Region, sich für ihre Interessen einzusetzen. Dabei stehe die IG BAU Westfalen Mitte-Süd auch zukünftig fest an der Seite der Beschäftigten.:„Das gilt nicht nur, wenn es um faire Bezahlung, gute Job-Bedingungen oder die Mitsprache im Betrieb geht, sondern gerade auch dann, wenn es Zoff mit dem Chef gibt“, so Kreft.

Forderungen an die Politik

Der wiedergewählte Bezirksvorsitzende kündigt an, dass sich die Gewerkschaft auch künftig in politische Debatten einbringen werde. Dabei sieht Kreft insbesondere beim Wohnungsbau Handlungsbedarf. „Es geht um bezahlbare Wohnungen und mehr Sozialwohnungen. Hier brauchen wir deutlich mehr Unterstützung vom Bund“, sagt er. Zudem fordert er eine stärkere Tarifbindung: „Der Tariflohn sollte endlich zur Regel werden. Davon würden auch die Beschäftigten in unserer Region profitieren.“

Kritik an sozialen Einschnitten

Deutliche Kritik äußerte Kreft an Vorschlägen, die aus seiner Sicht zu Lasten der Arbeitnehmer gehen. Dazu zählen unter anderem Diskussionen über längere Arbeitszeiten oder ein höheres Renteneintrittsalter. „Solche Forderungen gehen völlig an der Realität vorbei“, sagt Kreft. Gerade in körperlich belastenden Berufen wie auf dem Bau sei es für viele Beschäftigte schon heute schwierig, bis zum regulären Renteneintritt zu arbeiten. Stattdessen fordert er Reformen, die die soziale Absicherung stärken: „Wir brauchen eine ordentliche, sichere und gerechte Rente.“