"Altena — zum ersten Mal eine internationale Vertretung hier am Ort", freute sich Ex-Bürgermeister Professor Jürgen Gramke: Am Dienstagmorgen, 17. März, war der Botschafter der Republik Litauen in Deutschland, Giedrius Puodžiūnas, zu Gast und übergab die Amtsgeschäfte offiziell an den neuen Honorarkonsul Litauens, Dr. Andreas Hollstein.

Der Botschafter betonte in seiner Rede: "Mit diesem Schritt stärken wir die Freundschaft. Gerade hier in Nordrhein-Westfalen entsteht heute ein neuer Brückenkopf zwischen Nordwestdeutschland und Litauen." Das Honorarkonsulat ist in Zukunft für die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen zuständig. Besonders freue er sich über die lange Geschichte, die Hollstein und Litauen verbinde.

Lange Verbindung zu Litauen

In den Jahren 1993 und 1994 arbeitete Hollstein als Abteilungsleiter Politik, Protokoll und Kultur in der litauischen Botschaft, die zu dem Zeitpunkt noch ihren Sitz in Bonn hatte. Später promovierte Hollstein, dessen Großmutter aus Litauen stammt und der immer noch Kontakt zur Verwandtschaft in Litauen hat, zur Verfassung des Landes. Aus seiner Zeit in der Botschaft stammt auch die Mappe, in der der erste Botschafter Litauens in Deutschland, Vaidotas Antanaitis, sein Beglaubigungsschreiben an den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker übergeben hat. Nach seiner Abberufung hat Anranaitis die Mappe Hollstein als Andenken geschenkt. "Es zeigt, wie nahe mir das geht", sagt er zu der Mappe als Erinnerung.

Hollstein freut sich auf die neuen Aufgaben und erklärt: "Es beginnt eine neue Reise und ich habe das erste Etappenziel erreicht." Seit dem 17. März ist sein Haus auch von außen als Honorarkonsulat erkennbar: Die litauische Flagge und ein deutlich sichtbares Schild kennzeichen die Mückenburg, den im 18. Jahrhundert errichteten Teil der Burg Altena, von außen. "Nun ist mit Schild und Fahne alles da", freut sich Hollstein, nachdem ihm der Botschafter ein Wappen des Landes, seinen Amtsstempel und seine Ernennung überreicht hat.

"Tor zur Welt" für Altena

In der kommenden Zeit möchte er "daran mitwirken, dass Litauen wahrgenommen wird." Aus diesem Grund war er auch dabei, als Puodžiūnas am Nachmittag eine Rede im Düsseldorfer Landtag hielt. Unterstützung erhielt er dabei von Altenas Bürgermeister Guido Thal. Er kündigte an, zum "Jahr Litauens in Deutschland", zu dem der Botschafter 2027 erkoren hat, auch in Altena etwas veranstalten zu wollen. „Für uns öffnet sich mit der konsularischen Vertretung ein Tor in die Welt. Weil ein Tor nämlich keine Einbahnstraße ist, sondern von beiden Richtungen begangen werden darf“, hofft Thal.

Bewegende Rede vom Prof. Jürgen Gramke

Die für Hollstein wohl bewegendste Rede des Tages hielt Professor Jürgen Gramke. Er war nicht nur Amtsvorgänger von Hollstein als Bürgermeister Altenas, sondern bis zu diesem Morgen auch rund 30 Jahre lang Honorarkonsul Litauens. Diese Amtszeit endet mit der Ernennung Hollsteins.

Gramke, der zudem Ehrenvorsitzender des Baltic Sea Forums ist, hat die Präsenz der baltischen Staaten und allen voran Litauens in Deutschland geprägt. Er wagte einen Blick zurück in die vergangenen 30 Jahre, in der er einige Projekte des Staates begleitet hat. „Dann kam eine Zeit, die ganz wichtig war: der Wunsch, Mitglied der Europäischen Union zu werden“, in der auch er eingebunden war. Er empfindet Hollstein als "extrem geeignet" und sieht in ihm "einen richtig Aktiven". Als ehemaliger Bürgermeister freue er sich darüber, dass "zum ersten Mal eine internationale Vertretung hier am Ort" ist.

Im Anschluss an die Ernennungsveranstaltung bot Hollstein noch ein gemütliches "get together" für die Anwesenden an, ehe er gemeinsam mit Giedrius Puodžiūnas den Weg nach Düsseldorf antrat.