In lockerer Atmosphäre berichtete Florian Müller von seiner Arbeit in Berlin, dass er dort nach seiner achtmonatigen Tätigkeit inzwischen „gut angekommen und zufrieden“ sei und „genügend zu tun“ habe.
Als Mitglied des Verkehrsausschusses kam die Sprache schnell auf die Problematik der Sperrung der A45 und die damit verbundenen unhaltbaren Gegebenheiten hier vor Ort. Müller stellte klar: „Für die Bundesregierung ist die Rahmedetalbrücke nur eine von etwa bundesweit 4000 Brücken, die Sanierungsbedarf haben. So wurden auch die von mir angeregten Beschleunigungsinitiativen alle abgelehnt. In Berlin geht man primär nach Schema F vor, scheint sich für die Bedürfnisse, Ängste und Nöte der hiesigen Bevölkerung nicht wirklich zu interessieren und lehnt Sonderregelungen ab.“
Auch diene das neu geschaffene Bürgerbüro offenbar eher dazu, sich nicht mehr mit eingehenden Beschwerden befassen zu müssen, sondern alles auf den Bürgerbeauftragten abwälzen zu können und wenn man sich auf den neusten Stand bringen lassen möchte, erhalte man kaum Aussagen. „Das ist äußerst unzureichend und wenig zufriedenstellend“, so Müller weiter.
Außerdem müssen „Leuchtturm-Investitionen“ in die arg gebeutelte Region fließen. „Früher hat man investiert, um die Wirtschaftskraft weiter auszubauen, heute muss man investieren, um das hohe Wirtschaftsniveau überhaupt halten zu können“, erklärt Müller. Er sieht die Zukunft eher in einem „kombinierten Verkehr“ aus Straße und Schiene, was auch „klimafreundlicher“ wäre.
Nach Abschweifungen über die hohe Inflation, dem „Riesenthema Sprit- und Gaspreise“ – ebenfalls ein „Element, dass für die Funktionalität der Wirtschaft enorm wichtig ist“ – kam schnell wieder das Thema „Brücke“ auf. Schließlich gelte es hier auch parteiübergeordnet zu agieren.
Was Müller ärgert: „In Bezug auf den Brückenneubau ist man auf Landesebene nur für die Umleitung zuständig, der Rest liegt beim Bund. Man muss die Risikofreudigkeit wecken, damit bestimmte Verfahren schneller laufen. Man muss Druck aufbauen! Darin sehe ich einen Teil meiner Aufgabe, unsere Region im Bund zu vertreten und sich zu kümmern. Ich bin ein Kümmerer in Berlin.“









