Falsche Polizeibeamte ergaunerten in Lüdenscheid den kompletten Schmuck aus der Schatulle eines Lüdenscheider Seniorenpaares. In einem anderen Fall haben Anlagebetrüger versucht, einen 73-Jährigen über den Tisch zu ziehen.
Wie die Polizei mitteilt, hatte sich das Paar am Mittwoch an die Polizei gewandt und von einem betrügerischen Anruf berichtet. Eine Streifenwagen-Besatzung nahm vor Ort eine Anzeige wegen eines versuchten Betruges auf. Von einer Beute war an dem Tag noch keine Rede. Einen Tag später meldeten sich die Senioren erneut und berichteten nun, dass sie am Mittwoch oder Donnerstag Besuch von zwei oder drei Personen gehabt hätten, die polizeiartige Kleidung getragen und sich als Kripo-Beamte ausgegeben hätten. Sie sprachen davon, dass die Senioren potenzielle Einbruchsopfer sein könnten und ließen sich den Schmuck des Paares zeigen. Die Schmuckschachtel ist nun leer. Es fehlt der komplette Schmuck.
In größerem Stil das Telefonbuch abgeklappert
Die Täter, so die Polizei, hatten im Laufe dieser Woche offenbar wieder im größeren Stil das Lüdenscheider Telefonbuch abgeklappert, sich als Polizei ausgegeben und vor angeblichen Einbrechern gewarnt. Die echte Polizei warnt tatsächlich - aber vor genau diesen Anrufen: Die echte Polizei fragt nicht nach Wertsachen, lässt sich keinen Schmuck von Senioren zeigen und nimmt diesen auch nicht in "sichere Verwahrung". Der dringende Appell der echten Polizei im Falle solcher Anrufe lautet: "Auflegen!" Es wird niemand zu seiner Bank geschickt, um das Konto zu leeren und anschließend im Plastikbeutel an der Haustür an x-beliebige Personen zu übergeben, die sich nicht ausweisen. Wenn sich Betroffene unter dem Notruf 110 an die Polizei wenden, wird ein Streifenwagen mit uniformierten Beamten geschickt. Sie werden von der Leitstelle der Polizei angekündigt.
Anlagebetrüger wollten Geld
Ein 73-jähriger Lüdenscheider ist auf Anlage-Betrüger hereingefallen, die ihre Opfer mit dem guten Namen von Politikern täuschen. Am Donnerstag erstattete der Mann Anzeige bei der Polizei. Wie er den Beamten berichtete, habe er im Internet von einer Diskussionsrunde in einer Talkshow gelesen, bei der Politiker über Geldanlagen diskutiert hätten. Er fand das interessant. Ein Link führte ihn zu einem Formular, in dem er seine Daten eingab. Es folgte prompt ein Rückruf. Der Senior musste seinen Personalausweis einscannen und einen Geldbetrag nach Litauen überweisen. Im Nachhinein kam ihm das jedoch komisch vor und er erstattete Anzeige.
Die Polizei warnt immer wieder vor diesem Anlagebetrug: Die angeblichen Interviews und Empfehlungen sind völlig frei erfunden. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz können Betrüger kinderleicht selbst Videos faken und prominenten Schauspielern, TV-Moderatoren oder Politikern die wildesten Anlage-Empfehlungen sprichwörtlich in den Mund legen. Die angebliche Beraterin am Telefon kann noch so freundlich und geduldig sein: Am Ende verdienen nur die Betrüger. Und wer einmal "investiert" hat, der wird immer wieder mit Nachforderungen konfrontiert.





