Mit „Nächste Welle: 17.30 Uhr“ präsentiert der beliebte Retro-Podcast „Rückspultaste“ auf Einladung des Geschichts- und Heimatvereins Geschichten aus dem ehemaligen Wellenbad im Forum am Sternplatz. Am Donnerstag, 10. September, nehmen Sebastian Göttling und Simon Fistrich das Publikum in der Stadtbücherei ab 17:30 Uhr mit auf eine Zeitreise.
Der Eintritt ist frei. Einlass ist ab 17 Uhr. Ein blau-gelbes Riesen-UFO über der Lüdenscheider Innenstadt: Vor 45 Jahren landete das Wellenbad über der Doppelröhre des Querspangen-Tunnels. Acht Monate bevor weiter oben am Sauerfeld der lang ersehnte Kulturtempel seine Türen öffnete, nahm die „Schwimmoper“, wie Skeptiker das futuristische Freizeitbad nannten, den Badebetrieb auf – der Schlussakkord einer radikalen, rund zehn Jahre dauernden Beton-Umgestaltung der Innenstadt.
Tropisches Badeparadies
Mit dem Wellenbad änderte sich auch, was ein städtisches Bad sein konnte. Waren die Lüdenscheider Bäder zuvor vor allem dem Schwimmsport und dessen Ertüchtigung verschrieben, setzte das von Knödler entworfene Gebäude auf Freizeit und Erlebnis. Das Wellenbad wurde schnell zum Herzstück des später als Wächter-Bau und schließlich als Forum am Sternplatz bekannten Komplexes – mit Bowlingbahnen und vor allem einem tropischen Badeparadies.
Kinderbecken, warme Wasser- und Massagebecken flankierten das eigentliche Spektakel: ein beeindruckendes Schwimm- und Wellenbecken. Alle halbe Stunde ließ der Bademeister die 16 Meter lange Dünung anrollen. Für eine Generation Lüdenscheider gehörte dieser Moment zum Soundtrack ihrer Kindheit und Jugend.
Für die Stadt war das Wellenbad zugleich über viele Jahre die vielleicht beliebteste Nutzung einer Immobilie, die ansonsten immer wieder mit Problemen zu kämpfen hatte. In seinen letzten Jahren wurde das Bad zum Lost Place – einem geheimnisvollen, weitgehend verschlossenen Ort, der sich nur noch gelegentlich öffnete, etwa im Rahmen der Lichtrouten.
Und jetzt, im Jahr 2026, ist plötzlich wieder von einem möglichen Badebetrieb die Rede.
Simon Fistrich und Sebastian Göttling nehmen das Publikum mit auf eine Expedition in den Wellenbad-Lost-Place des Jahres 2026, erzählen die Geschichte dieses ungewöhnlichen Ortes und erinnern an seine große Zeit zwischen 1981 und 2006. Dabei geht es nicht nur um Architektur-, Stadt- und Schwimmbadgeschichte. Zugleich möchten die beiden Podcaster das Publikum ermutigen, in eigenen Erinnerungen zu stöbern.









