Der Förster referierte am Donnerstagnachmittag bei den Wiblingwerder Landfrauen. Überwiegend ging es um die Borkenkäfer-Problematik. „Die Aufarbeitung läuft immer noch“, erklärte Schäfer und berichtete unter anderem, dass die meisten Stämme nach Asien exportiert werden. Die heimischen Sägewerke hätten kaum Käferholz abgenommen. „Export war auch aufgrund der Verkehrssituation oft besser. Es ist derzeit leichter, das Holz nach Asien zu exportieren als ein paar Kilometer die Lenne hinauf“, erklärte der Experte.
Der Förster berichtete auch, dass es mit dem Borkenkäfer allein nicht getan sei. Aktuell würden die Buchen aufgrund der Trockenheit im Sommer schwächeln. Zudem seien einige Baumbestände sehr sturmgefährdet. Bisher hätten sie windgeschützt gestanden. Nun sind die Fichtenwälder, die den Wind abhielten, weg. „Es wird bei den nächsten Stürmen sicherlich noch einiges fallen“, sagte Schäfer.

Ein großes Thema war auch die Wiederbewaldung. Das sei ein Thema, das nicht in den kommenden ein bis zwei Jahren erledigt sei. Aktuell stockten die Aufforstungen. Es sei weder genug Pflanzenmaterial vorhanden, noch seien ausreichend Pflanzer verfügbar. Jedoch gebe es einige Lösungsansätze, wie eine Wiederbewaldung aussehen könnte. Zum einen setzt der Experte auf Naturverjüngung. Dabei wartet der Waldbesitzer ab, was sich von alleine entwickelt. Meist kämen auf den Flächen Fichten und Birken. „Das muss nicht schlecht sein. Aber auch diese Bestände brauchen Pflege. Außerdem muss man damit rechnen, dass die Fichte in 20 bis 30 Jahren wieder komplett ausfällt“, erklärte Christof Schäfer. Wer neue Bestände anpflanzen möchte, sollte auf klimaresistentere Baumarten setzen. Darunter fallen beispielweise die Küstentanne, Lerchen und Douglasien als Nadelhölzer und Eichen – amerikanische und deutsch – sowie Esskastanien seien Beispiele für Laubbaumarten.
Grundsätzlich müsse der Waldbesitzer aber immer die Gesamtsituation betrachten. Jede Kahlfläche müsse individuell betrachtet werden. Vorrang hätten beispielsweise Flächen, die zu starker Verkrautung neigen. Brombeeren und Adlerfarn machen diese sonst schnell unbegehbar. Hinzu müsse jeder Waldbesitzer seine eigenen Möglichkeiten analysieren. Denn natürlich sei eine Aufforstung mit Kosten verbunden. Es gebe zwar auch Fördermittel, das sei jedoch nicht ganz unkompliziert.
Die Landfrauen interessierte zudem, wie es mit den Waldwegen weitergehe. Durch die Flut und die massiven Holzarbeiten seien sie stark beschädigt und zum Teil kaum noch begehbar. „Für die Schäden durch die Flut gibt es Fördermittel, diese werden nach und nach in Stand gesetzt. Auch für die kaputten Wege durch Rückearbeiten gibt es Förderungen. Zehn Prozent der Kosten muss allerdings der Waldbesitzer tragen. Und das ist bei den gestiegenen Kosten für Baumaterial auch nicht wenig“, gab der Förster zu bedenken.










