Jugendamtsleiter Michael Schröder stellte den Ausschussmitgliedern das Zahlenwerk vor. Demnach könnten im Kindergartenjahr 2023/24 1491 Kinder einen Kindergarten besuchen. Diese teilen sich etwa zu gleichen Teilen in die Altersgruppen U 3 und Ü 3 auf. Da davon auszugehen sei, dass vor allem von den jüngeren Kindern nicht alle einen Kindergarten besuchen, würden bei den Deckungsquoten Abschläge eingerechnet, erläuterte Schröder. „Wir wissen aber zurzeit nicht, wie viele Eltern ihre Kinder in den Kindergarten schicken werden.“ Durch die Einführung des Kindergarten-Anmeldeportals erwartet er ab 2024 eine Planungserleichterung. „Dann bekommen wir konkrete Rückmeldungen und haben mehr Anhaltspunkte für tatsächliche Bedarfe.“
Ausgehend von dieser Versorgungsquote beträgt der Deckungsgrad für Plettenberg 76,1 Prozent. Sollte eine weitere geplante Kindertageseinrichtung in einem von der Stadt gemieteten Gebäude verwirklichen lassen, stiege der Deckungsgrad auf 80,7 Prozent. „In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass für ca. 147 U3-Kinder und für 94 Ü3-Kinder keinen Betreuungsplatz in den Einrichtungen zur Verfügung steht“, heißt es in dem Entwurf der Kindergartenbedarfsplanung.
Rottmann: Die Hütte brennt seit Jahren
„Was gedenkt die Stadt zu tun, um den Bedarf im U3-Bereich wenigstens annähernd zu decken?“ fragte Renate Chowanetz (SPD). Schon seit 20 Jahren bestehe ein großer Bedarf. „Wir müssen mehr tun“, forderte sie.
Das sieht auch Dietmar Rottmann (CDU) so. „Fakt ist: Wir kommen weder den gesetzlichen Anforderungen noch den Bedürfnissen von Familien und jungen Eltern nach“, stellte er fest. „Die Hütte brennt seit Jahren.“ Gegebenenfalls müsse die Stadt sich von externen Fachleuten beraten lassen.
Ausschussvorsitzender Klaus Salscheider (PWG) führte an, dass die vom Land vorgegebene U3-Quote in den letzten Jahren steil nach oben gegangen sei. „Wir sind nicht die einzige Kommune, die da kämpft.“ Neben den räumlichen Voraussetzungen sei es vor allem schwierig, Personal für weitere Kita-Gruppen zu finden.
Politik soll Zielvorgabe machen
Bürgermeister Ulrich Schulte räumte ein, dass der erhöhte Bedarf seit 20 Jahren bekannt sei. „Wir sind bisher immer an der Kante entlang gegangen und haben immer mal wieder ein paar Plätze neu geschaffen.“ Er regte an, dass von der Politik eine Zielvorgabe gemacht werden könne, welche Quote in Plettenberg erreicht werden sollte. „Das würde der Verwaltung einen klaren Auftrag geben.“
Das werde der Jugendhilfeausschuss aufgreifen, kündigte Salscheider an. Rottmann mahnte: „Das muss zeitnah geschehen. Wir müssen deutlich an Fahrt zulegen.“








