Ernst Schnepper war vor allem in Wiblingwerde ein bekanntes Gesicht. Brachte jahrelang Grundschülern Plattdeutsch bei und führte unzählige Gruppen durch die Heimatstube. Das kleine Museum an der Grundschule lag ihm besonders am Herzen. Er kannte die Geschichten hinter den Exponaten: die lustigen, die traurigen und vor allem die spannenden. Denn jedes Teil dort beschrieb seiner Meinung nach das Leben und die Geschichte seiner Heimat Nachrodt-Wiblingwerde. Mit seiner ruhigen Art wusste er die Besucher zu begeistern.
Da Heimat für Ernst Schnepper mehr als ein Wort war, bekam er 2021 den Heimatpreis verliehen. Schnepper war immer bewusst, dass Heimat nicht einfach so entsteht. Er war überzeugt davon, dass dieses Gefühl erarbeitet wird, man müsse am Ball bleiben, offen für Neues sein und gleichzeitig altes Gut wahren und ehren. Als man ihm einst sagte „Wiblingwerde ist ein Ort ohne Gesicht“, wusste er, dass er das auf keinen Fall so stehen lassen kann. Also wurden die Ärmel hochgekrempelt und los ging es. Er war mit dabei, wenn der Heimatverein Aktionen plante, trieb die Aktion „Unser Dorf soll schöner werden“ maßgeblich voran, feierte gemeinsam mit anderen den Titel Golddorf, sorgte dafür, dass in der Kornmühle wieder Brot gebacken wurde, ersetzte unansehnliche Schilder am Ortseingang durch die schmucken Holztafeln, organisierte Ausstellungen, die heute noch vielen Älteren in Erinnerung sind – wie beispielsweise die Landmaschinen-Schau an der Lennehalle – und war über Jahrzehnte das Gesicht des Heimat- und Verkehrsvereins.
Mit Ernst Schnepper ist, wie Bürgermeisterin Birgit Tupat es einst formulierte, ein „Markenbotschafter für die Gemeinde“ gestorben. Einer, der wusste, dass Identität Herkunft braucht. Und genau deswegen war ihm die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen so wichtig. Damit die jungen Gemeindebewohner die Gemeinde besser verstehen, hat er Geschichte erlebbar gemacht. Mit seinem Plattdeutschunterricht an der Grundschule zeigte er, dass Orts- und Heimatgeschichte alles andere als langweilig ist. Sprache war für ihn ein Kulturgut – und er hat über Jahrzehnte geholfen, das Plattdeutsch in Wiblingwerde zu erhalten und zu pflegen.
Auch politisch war er engagiert. Ernst Schnepper wurde mehrfach für seine langjährige Treue zur CDU geehrt. Interessiert und durchaus auch mal kritisch verfolgte er als Parteimitglied das Geschehen im Rat.









