Vorausgegangen war demnach eine Strafanzeige im Kreis Olpe wegen eines gestohlenen Mercedes G 63 im Wert von circa 170 000 Euro. Der Tatverdächtige habe Interesse an dem Pkw vorgetäuscht und eine Probefahrt mit einem Verkäufer unternommen. Bei einem anschließenden Gespräch zwischen dem vermeintlichen Käufer und dem Verkäufer sei es dem Tatverdächtigen in einem unbeobachteten Moment gelungen, den Originalschlüssel gegen ein Imitat auszutauschen. Mit diesem Originalschlüssel wurde das Fahrzeug in einer der darauffolgenden Nächte entwendet.
Nach Anzeigenerstattung durch das Autohaus wurden umfangreiche technische Maßnahmen durchgeführt, die zu einer dringend tatverdächtigen Person führten. Diese konnte auch durch die Verkäufer des geschädigten Autohauses wiedererkannt werden, heißt es weiter in der Presseerklärung.
Im Rahmen der umfangreichen Nachermittlungen seien nicht nur weitere Tatbeteiligte, sondern auch weitere betrügerische Diebstähle von hochwertigen Kfz in den Zuständigkeitsbereichen der Kreispolizeibehörden Märkischer Kreis, Hagen, Hamm und Düsseldorf festgestellt und aufgeklärt worden:
So wurde im Märkischen Kreis das hochwertige Fahrzeug der Marke Mercedes nach einer alleine durchgeführten Probefahrt nicht zurückgegeben. Auch hier konnte demnach der oben beschriebene Tatverdächtige als Täter erkannt werden, der sich mit einem gefälschten tschechischen Ausweis legitimierte.
In Hagen wurde durch eine weitere männliche Person eine Probefahrt mit einem Porsche Macan GTS vereinbart. Der Verkäufer schöpfte jedoch Verdacht, da ihm ein augenscheinlich gefälschter Bundespersonalausweis von dem Interessenten vorgelegt wurde. Der Kaufinteressent wurde des Hauses verwiesen, so dass es hier bei einem Versuch blieb. Das Lichtbild des gefälschten Ausweises konnte mit einer realen Person in Verbindung gebracht werden.
Dieselbe Person führte laut Polizei einen Tag später in Hamm ebenfalls eine Probefahrt mit einem BMW X6 durch und brachte das Fahrzeug nicht zurück. Bilder der Überwachungskameras zeigten beide Personen gemeinsam am Autohaus. Nur zwei Tage später wurde ein Porsche Macan GTS auf gleiche Weise ergaunert.
Auf Grund der bis zu diesem Zeitpunkt bereits vorliegenden erdrückenden Beweislage wurden durch die Staatsanwaltschaft Siegen Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle beantragt und durch das Amtsgericht Siegen erlassen. Am frühen Morgen des 21. März wurden diese Maßnahmen umgesetzt. Gleichzeitig wurden insgesamt acht Objekte in vier Städten mit der Unterstützung durch die Beamten der Polizeibehörden Köln, Bonn, Rhein Sieg Kreis und Märkischer Kreis durchsucht.
Es sei umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt worden, teilt die Polizei mit. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Siegen ergingen Untersuchungshaftbefehle.
Die Ermittlungen zur Auffindung der betrügerisch erlangten Fahrzeuge dauern derzeit an.








