Die Gesamtzahl aller von der Kreispolizeibehörde (KPB) im Ennepe-Ruhr-Kreis registrierten Straftaten stieg im Jahr 2022 um 16 Prozent von 11.109 auf 12.899. Die Aufklärungsquote lag mit 55,4 Prozent beinahe auf Vorjahresniveau.

Vor allem im Bereich der Kontrolldelikte – wie beispielsweise bezüglich der Herstellung und Verbreitung kinderpornographischer Medien oder bei der Betäubungsmittel-Kriminalität – konnte die Kreispolizeibehörde trotz steigender Fallzahlen eine hohe Aufklärungsquote verzeichnen: Im Vergleich zu 2021 stieg diese nochmals um 5,8 Prozent auf 95,1 Prozent.

Etwa ein Viertel (24,6 Prozent) aller Tatverdächtigen war jünger als 21 Jahre. Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger stellte sich mit 28,9 Prozent (1.490 Tatverdächtige) dar.
Mehr als ein Viertel waren Diebstahlsdelikte
Diebstahlsdelikte waren mit einem Anteil von 28 Prozent die am häufigsten begangenen Straftaten, gefolgt von sonstigen rechtswidrigen Taten gemäß Strafgesetzbuch (StGB) mit 25,2 Prozent und Rohheitsdelikten wie zum Beispiel Körperverletzung mit 17,7 Prozent.

Vier Prozent mehr Straftaten in Breckerfeld
Auf Breckerfelder Stadtgebiet wurden im vergangenen Jahr insgesamt 428 Straftaten begangen, was einem Anstieg um 116 Fälle gegenüber dem Vorjahr entspricht (+4 Prozent). Von allen registrierten Delikten fielen 92 in den Bereich der Straßenkriminalität, das heißt, sie ereigneten sich auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen oder hatten einen speziellen Bezug dazu. Hierzu gehören zum Beispiel auch Taschendiebstähle.
Die Aufklärungsquote bei Straßenkriminalitätsdelikten in Breckerfeld lag vergangenes Jahr bei 23,9 Prozent.

Zahl der Diebstähle und Wohnungseinbrüche steigen wieder
Insbesondere die Anzahl von Diebstahlsdelikten und Wohnungseinbrüchen, die in der Pandemiezeit deutlich rückläufig waren, hätten 2022 im EN-Kreis wieder das Niveau der Vorjahre erreicht.
Auch wenn die KPB Beamte zielgerichtet dort einsetze, wo Einbrüche stattgefunden haben oder zu erwarten seien, sei sie gerade bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls besonders auf die Mithilfe der Bürger angewiesen: „Deshalb ist es wichtig, dass sie verdächtige Beobachtungen im Wohnumfeld sofort über den Notruf melden“, so die KPB.
In Breckerfeld konnten vier der insgesamt fünf im vergangenen Jahr gemeldeten Wohnungseinbrüche und damit 80 Prozent aufgeklärt werden.

Erneut mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Einen besonders großen Anstieg verzeichnete die KPB vergangenes Jahr bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Dazu zählen unter anderem Delikte wie der sexuelle Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen, sexuelle Übergriffe, Nötigung und Vergewaltigung sowie Verbreitung, Erwerb, Besitz und Erstellung kinder- und jugendpornographischer Medien.
Hier registrierte die KPB insgesamt 591 Straftaten. Das sind 291 Fälle mehr als im Jahr 2021, und gegenüber 2015 (105 gemeldete Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung) sogar eine Steigerung um fast 563 Prozent.

Fazit der Kreispolizeibehörde
Im EN-Kreis seien die typischen Risiken, Opfer eines Diebstahls, eines Wohnungseinbruchs oder einer Gewalttat auf öffentlichen Straßen und Plätzen zu werden, weiterhin gering. Dies gehe auch aus der Berechnung der Kriminalhäufigkeitszahl (KHZ) hervor, die sich aus der Zahl der bekannt gewordenen Straftaten pro 100.000 Einwohner errechne und als Grad- und Vergleichsmesser für die Sicherheitslage einer Region gelte.
Die KHZ für den gesamten EN-Kreis lag im Jahr 2022 bei 5.677, was ein Plus von 16,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet (4.888). Zum Vergleich: Die landesweite KHZ in NRW ist mit 7.624 Straftaten in 2022 wesentlich höher.

„Das Risiko, im Ennepe-Ruhr-Kreis Opfer einer Straftat zu werden, ist deutlich unter dem Landesdurchschnitt, womit das Kreisgebiet zu einem der sichersten Landkreise in NRW gehört. Dabei spiegeln sich in den Fallzahlen keine besonderen Auffälligkeiten durch Flüchtlingsströme zum Beispiel aufgrund des Ukraine-Konfliktes wider“, heißt es in der offiziellen Mitteilung.
Die Behörde sei bestrebt, Kriminalitätsphänomene, die sich schwerpunktmäßig in den Feldern Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch, Cybercrime sowie Einbruchskriminalität befinden, verstärkt zu bekämpfen.









