Die gute Nachricht für Stromkunden der Enervie-Gruppe: Die Preise bleiben in diesem Jahr stabil. Eine Prognose für das Jahr 2027 will Enervie-Vorstand Eric Höhne noch nicht abgeben. „Das hängt ganz sicher auch von der Dauer des Krieges im Nahen Osten ab“, sagte er während der Bilanzpressekonferenz des Energieversorgers am Mittwoch, 22. April.
Die beiden Enervie-Vertriebsmarken Mark-E und Stadtwerke Lüdenscheid hatten die Strom- und Gaspreise aufgrund ihrer langfristigen Beschaffungsstrategie spürbar mit Wirkung zum 1. Februar 2025 und erneut zum 1. Januar 2026 gesenkt. Davon profitierten erstmals auch die Kundinnen und Kunden in Hemer.
Im Vordergrund der Pressekonferenz stand das Jahresergebnis 2025. „Der Konzern hat trotz schwieriger wirtschaftlicher und geopolitischer Rahmenbedingungen sein starkes Ergebnis aus dem Vorjahr nahezu gehalten. Das Ergebnis vor Steuern lag mit 64,1 Millionen Euro nur knapp unter dem Vorjahreswert, obwohl der Umsatz deutlich auf rund 1,14 Milliarden Euro zurückging“, sagte Eric Höhne.
Widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen
Stabilisierend habe sich vor allem die breit aufgestellte Struktur des Unternehmens entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette ausgewirkt. Diese erwies sich erneut als widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen und Kriseneinflüssen.
Während Strom- und Gasabsatz infolge geringerer Handelsvolumina spürbar zurückgingen, blieb die Wärmelieferung konstant. Die Wasserversorgung legte hingegen zu, was insbesondere auf ein neues Pachtmodell mit den Stadtwerken Hemer zurückzuführen ist. Positive Ergebnisbeiträge kamen zudem aus dem Erzeugungsbereich, etwa durch den Betrieb von Gas- und Dampfkraftwerken sowie eines Pumpspeicherkraftwerks.
Trotz rückläufiger Umsätze plant das Unternehmen eine höhere Dividendenausschüttung. Auch die Eigenkapitalquote konnte gesteigert werden, ebenso wie die regionale Wertschöpfung, die deutlich auf rund 270 Millionen Euro anwuchs. Parallel dazu wurde die Belegschaft ausgebaut, unter anderem durch organisatorische Veränderungen und neue Aufgaben im Netzservice.
Eric Höhne geht davon aus, dass die schwierigen Rahmenbedingungen – unter anderem durch die anhaltende wirtschaftliche Stagnation der deutschen Wirtschaft, dem Russland-Ukraine-Krieg und Nahostkrieg und geopolitischen Verschiebungen – sich weiterhin auch auf die Beschaffungsmärkte und die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa auswirken.
Konsequente Regionaalstrategie
Dieser dynamischen Gesamtlage begegne die Enervie-Gruppe auch im Jahr 2026 mit ihrer konsequenten Regionalstrategie. Neben der zentralen Aufgabe, als Unternehmen der kritischen Infrastruktur die Menschen in Südwestfalen und darüber hinaus zuverlässig mit Energie und Wasser zu versorgen, leiste die Unternehmensgruppe weiterhin einen umfassenden Beitrag zur Umsetzung der Energiewende vor Ort. Dies umfasse gezielte Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien, die Sicherstellung der
Versorgungssicherheit in Verbindung mit dem erforderlichen Netzausbau, die Entwicklung neuer Produkte sowie einer kontinuierlichen Ausweitung des Versorgungs- oder Netzgebiets. Zusätzlich setzt Enervie kontinuierlich auf Effizienzsteigerungen durch die Digitalisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse.
Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Region
Die Enervie-Gruppe konnte insbesondere über die Tochtergesellschaft Mark-E im Bereich Windkraft die Umsetzung der Energiewende in Südwestfalen weiter vorantreiben.
Mark-E beteiligte sich im Juli 2025 zu 50 Prozent an dem bereits seit Anfang 2025 in Betrieb befindlichen Windpark Rafflenbeul in Hagen mit zwei Windkraftanlagen (WKA) und übernahm die kaufmännische Betriebsführung. Die weiteren Anteile halten die SL-NaturEnergie und die Stadtwerke Iserlohn. Der von Mark-E geplante Windpark Lüdenscheid-Kälberberg, bestehend aus drei WKA, geht nach erfolgreicher Teilnahme an der EEG-Vergütungsausschreibung nunmehr in die Umsetzung. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2028 vorgesehen. Gemeinsam mit der Bürgerwind Hagen-Süd GbR hat Mark-E zudem erfolgreich an der EEG-Vergütungsausschreibung für eine Windkraftanlage im Bereich Hagen-Mollberg teilgenommen und wird sich an der bereits gegründeten Projektgesellschaft mit 50 Prozent beteiligen. Auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Werdohl-Elverlingsen plant der Konzern einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 50 Megawatt.
130 Millionen Euro für Unterhaltung und Ausbau der Netze
Die Netzgesellschaft Enervie Vernetzt setzte 2025 Mittel von rund 100 Millionen Euro für den Ausbau und die Unterhaltung der Strom-, Gas- und Wassernetze ein. Im laufenden Geschäftsjahr werden diese Ausgaben nochmals deutlich auf dann etwa 130 Millionen Euro gesteigert. „Mit Wirkung zum 1. Januar 2026 hat Enervie Vernetzt das zuvor bereits über einen Pachtvertrag betriebene Stromnetz der Stadtwerke Plettenberg gekauft. Im Messstellenbetrieb hat Enervie Vernetzt mittlerweile über 6000 intelligente Messsysteme (Smart Meter) eingebaut“, so Enervie-Vorstandsmitglied Volker Neumann. Damit wurde die von der Bundesnetzagentur vorgegebene Einbauquote von 20 Prozent deutlich überschritten.
21,5 Millionen Euro Dividende
Für das Jahr 2025 will die Enervie-Gruppe eine Dividende in Höhe von 21,5 Millionen Euro an ihre Anteilseigener ausschütten. 2024 waren es 17 Millionen Euro. Die Aktionäre der Enervie-Gruppe Hauptanteilseigner sind die Stadt Hagen (ca. 42,66 Prozent), die Stadt Lüdenscheid (ca. 24,12 Prozent) und Remondis Wasser und Energie (ca. 19,06 Prozent). Die restlichen Anteile verteilen sich auf verschiedene weitere Kommunen in der Region.
Enervie Vernetzt:
Daten und Fakten
Finanzdaten 2025 | 2024
Umsatzerlöse 1.142 Mio. Euro (2025) | 1.448 Mio. Euro (2024)
Ergebnis vor Steuern
64,1 Mio. Euro (2025) | 64,4 Mio. Euro (2024)
Strom
Absatz 2.950 Mio. kWh (2025) | 4.480 Mio. kWh (2024)
Gas
Absatz 2.840 Mio. kWh (2025) | 3.421 Mio. kWh (2024)
Wärme, Dampf
Absatz 59 Mio. kWh (2025) | 59 Mio. kWh (2024)
Wasserversorgung
Absatz 18,3 Mio. Kubikmeter (2025) | 16,7 Mio. Kubikmeter (2024)












