Das Windkraftprojekt auf dem Kälberberg zwischen Kierspe und Lüdenscheid nimmt Formen an. In der vergangenen Woche haben Vertreter der Enervie-Tochter Mark-E, die den Windpark entwickelt, den Kaufvertrag über die drei Windkraftanlagen mit dem Hersteller geschlossen.

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Zwei der Windräder sollen auf Lüdenscheider Stadtgebiet entstehen, eines auf Kiersper. Die Kaufverträge wurden am Dienstag, 14. April, von Vertretern beider Unternehmen in der Enervie-Zentrale in Hagen unterzeichnet.

Es werden drei Anlagen vom Typ Enercon E138 EP3 im Bereich des Homertturmes errichtet. Dabei handelt es sich um eine Windenergieanlage, die insbesondere für Standorte mit mittleren Windgeschwindigkeiten entwickelt wurde. Seit ihrer Einführung im Jahr 2020 ist sie weltweit bereits mehr als 1400 mal installiert worden.

Versorgung für 10.000 Haushalte

Enervie-Pressesprecher Andreas Köster stellt die Vorteile der nun bestellten Maschinen vor: "Jede Anlage hat eine Gesamthöhe (inklusive Rotorblatt) von rund 229 Metern. Der gesamte Windpark wird gemäß Prognose eine Netto-Jahresproduktion von 36,6 Millionen Kilowattstunden (kWh) erzielen. Dies ist ausreichend, um rechnerisch mehr als 10.000 Durchschnittshaushalte mit sauberem Strom direkt aus der Region zu versorgen. Zudem erspart der Windpark der Umwelt im Vergleich zum aktuellen deutschen Strommix pro Jahr rund 13.500 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2)."

Mark-E treibt aktuell die weitere Projektentwicklung und Errichtung bis hin zur Inbetriebnahme der Windkraftanlagen inklusive Netzanschluss, Zuwegung und aller weiteren erforderlichen Infrastrukturkomponenten voran. Hierzu wird der regionale Energiedienstleister eine eigene Projekt-Gesellschaft gründen. Die Errichtung der Windkraftanlagen im Grenzgebiet zwischen Lüdenscheid und Kierspe ist im Jahr 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme erfolgt dann zu Beginn des Jahres 2028.

Beteiligung von Kommunen und Bürgern

Mark-E wird sich nach eigenen Angaben an der zukünftigen Betreibergesellschaft mit einem Anteil von 50 Prozent beteiligen. Die Standortkommunen Lüdenscheid und Kierspe haben ebenfalls die Option, sich zu beteiligen. Entscheidungen zur Beteiligungshöhe sind laut Enervie noch nicht getroffen. Um die regionale Wertschöpfung und Akzeptanz weiter zu fördern, ist zudem ein Bürgerbeteiligungsmodell vorgesehen.

Bereits im März hat das Projektteam die Anlage im Kiersper Stadtrat vorgestellt.