Wie kann sich Halver bis 2045 rechnerisch komplett aus erneuerbaren Energien versorgen? Diese Frage diskutierten rund 30 Interessierte beim Energiestammtisch am 20. Oktober, darunter Kommunalpolitiker und mögliche Windkraft-Anlieger.
Fahrplan bis 2045
Halver habe aktuell einen Jahresstromverbrauch von etwa 120 GWh/Jahr, so Clever einleitend. Aufgrund der fortschreitenden Elektrifizierung durch E-Autos, Wärmepumpen, Batteriespeicher und Ki-Rechenzentren werde sich der Stromverbrauch bis 2045 voraussichtlich auf 250 bis 300 GWh/Jahr erhöhen. „Dennoch sinkt der Gesamtenergieverbrauch, weil E-Autos und Wärmepumpen deutlich effizienter arbeiten als Verbrenner und Ölheizungen“, erläuterte er.
In welchem Umfang Windkraft, Solarenergie und Batteriespeicher für eine umfassende Eigenversorgung Halvers errichtet werden müssten, beschrieb Clever in der „Agenda45“: „Mit bis zu zwölf Windkraftanlagen der 7-Megawatt-Klasse, 70 Hektar Freiflächenphotovoltaik und einem jährlichen Zubau von jährlich zwei Megawatt-Peak neuer Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen und privaten Dachflächen lässt sich dieses Ausbauziel erreichen.“
Am Umspannwerk sei ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende bereits im Bau: „Dort entsteht ein Batteriespeicher mit 40 Megawatt Leistung als perfekte Ergänzung zu den geplanten Windkraftanlagen in Glörfeld und Schöneberge und der Freiflächenphotovoltaik in Edelkirchen und Öckinghausen“, so Clever. Seiner Ansicht nach liege die Stadt damit für das Zwischenziel gut im Rennen.
Für den Weg bis 2045 besteht allerdings noch Handlungsbedarf. Clever schlug deshalb vor, das Klimaschutzkonzept von 2020 gemeinsam mit Politik und Bürgern zu einem Zielkonzept für den Ausbau zu erweitern. „Der Vorschlag wurde positiv aufgenommen“, berichtet Clever und betont: „Das Klimaschutzkonzept, das auf Datenbasis 2017 im Jahr 2020 beschlossen wurde, kann das aktuell nicht leisten und sollte überarbeitet werden.“
Einnahmen für die Stadt
Im letzten Teil seines Vortrags ging Clever noch auf die finanzielle Seite der Energiewende ein: „150 Millionen Euro Investitionen tragen wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei“, unterstrich er. Über Akzeptanzabgabe und Gewerbesteuer könne die Stadt jährlich etwa 750.000 Euro generieren, das seien 8,5 Prozent der Gewerbesteuer des Vorjahres. Auch Bürgerbeteiligungen und vergünstigte Strompreise für Anwohner seien möglich. „Hier gilt es, die potenziellen Projektierer rechtzeitig in die Pflicht zu nehmen“, forderte Clever.









