Seine Familie und die ganze Stadt Halver haben einen herausragenden Menschen verloren: Im Alter von 89 Jahren ist am 12. Oktober Werner Sinnwell gestorben.

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Als langjährigen Lehrer und Konrektor an der Realschule kannten ihn viele Halveraner, mehr noch aber über seine Veröffentlichungen als Buchautor und seine zehnjährige Tätigkeit als Kulturbeauftragter der Stadt.

Der gebürtige Dortmunder kam 1963 nach Halver, wo er bis 2000 an der Realschule Deutsch und Religion unterrichtete. „So ein feiner Mensch“ – das sei übereinstimmend die Reaktion vieler auf die Todesnachricht gewesen, sagt Inge Zensen, die ihn viele Jahre als Kollegin an der Schule begleitet hatte und im Jahr 2010 selbst das Ehrenamt der Kulturbeauftragten übernahm. Und sie betont: „Er hat das alles aufgebaut.“

Kulturbeauftragter im Ehrenamt

„Wenn er sagte, etwas sei gut geworden, dann war ich stolz darauf“, erinnert sich Inge Zensen an Werner Sinnwell – als einen Menschen, der „unglaublich klug“ und zugleich weit entfernt von jeder Überheblichkeit gewesen sei. Als „besonnen und ruhig“, als „sachlich und freundlich“ charakterisieren ihn Wegbegleiter.

Tiefe Einblicke in die Heimatgeschichte Halvers

Als Zugezogener stieg der Autor tief in die Heimatgeschichte ein. „Zwischen Hungersnot und Wirtschaftswunder: Geschichten und Bilder aus der Nachkriegszeit. Halver 1945–1955“ war eines seiner Werke. Er schrieb über Eugen Schmalenbach, über Fremdarbeiter in der Gemeinde Halver, über die Herpine und die Dorfschulen der Stadt.

Spurensuche in der Ukraine

Aus seinen Studien und einem entsprechenden Schulprojekt entstand ein weiteres zentrales Buch: „Wir dachten alle, keiner erinnert sich an uns: Spurensuche in der Ukraine“. Gemeinsam mit Dieter Hoffmann vom Märkischen Werk reiste Sinnwell in die Ukraine, besuchte ehemalige Zwangsarbeiterinnen sowie Zwangsarbeiter und zeigte auf, wie Erinnerung zur Versöhnung beitragen kann. Seine viel beachtete Erzählung „Schuttblumen“ wurde zudem als Hörbuch vom WDR und Deutschlandradio ausgestrahlt.

Sinnwell als Redner der Kundgebung für Demokratie im Februar 2025.

"Demokratie braucht uns alle"

Zu hören und zu sehen war er auch als Gastredner – zuletzt auf einer Kundgebung für Demokratie im Februar 2025 im Rathauspark, wo er zu Solidarität und Aufmerksamkeit mahnte: „Demokratie braucht uns alle“, appellierte er an die rund 400 Teilnehmer.

„Er wird fehlen“, sagt Inge Zensen über den Wahl-Halveraner. Die Trauerfeier findet am Freitag, 6. November, um 12.30 Uhr in der evangelischen Friedhofskapelle in Halver statt.