Die Partei Die Linke setzt sich dafür ein, dass das Bautz-Festival erhalten bleibt. Allerdings wendet sie sich dagegen, dass für die Fortführung der Veranstaltung eine eigene Gesellschaft gegründet wird. Für sie ist das Festival eine öffentliche Aufgabe, die in öffentliche Hände gehört.

Dazu schreibt Linken-Fraktionsvorsitzender Otto Ersching in einer Stellungnahme: "Dominik Hass-Sommer und die SPD sehen es richtig: Das Bautz-Festival ist mehr als eine Musikveranstaltung. Als Veranstaltung mit einer enormen Strahlkraft ist auch Die Linke in Lüdenscheid der Auffassung, dass das Bautz-Festival erhalten bleiben muss.

Allerdings sind in den vergangenen Jahren Fehler gemacht worden. Die Illusion, dass sich das Festival ab dem Jahr 2025 von selbst trägt, ist geplatzt wie ein Luftballon. Das passiert, wenn man solche wichtigen Aufgaben in eine privatrechtliche Gesellschaft gibt, die letztendlich dem Profit verpflichtet ist. Solche Aufgaben gehören in öffentliche Hand, unter die demokratische Kontrolle des Rates und nicht in die Hinterzimmer der Aufsichtsräte und Gesellschafterversammlungen.

Stadt trägt das alleinige wirtschaftliche Risiko

Schwer wiegt auch, dass die Stadt Lüdenscheid an der LSM lediglich 30 Prozent der Anteile hält. Die anderen Anteile verteilen sich auf die Stadtwerke, die Sparkasse, die SIHK und den WKL e.V. Diese Gesellschafter zieren sich aber, ihren Anteil an dem Verlustgeschäft zu tragen – „Mögliche Gewinne werden privatisiert und Verluste werden sozialisiert“: Diese Aussage trifft den Nagel auf den Kopf. Die Stadt Lüdenscheid trägt faktisch das alleinige wirtschaftliche Risiko.

CDU und SPD haben aus diesen Fehlern jedoch nicht gelernt. Sie wollen die stadteigenen Gesellschaften LSM, SEG und EGC unter dem Dach der „Lüd³“ vereinigen und dabei explizit auch private Gesellschafter, wie eben die oben genannte Sparkasse und die SIHK, mit ins Boot holen. Für das Bautz soll eine eigene Gesellschaft gegründet werden. Klar ist schon jetzt: Es wird wieder eine privatrechtliche Gesellschaftsform werden.

Wir als Linke werden dieses Konstrukt nicht mitgehen. Für uns ist klar: Öffentliche Aufgaben gehören in öffentliche Hände. Das gilt sowohl für die Stadtentwicklung als auch für Veranstaltungen und die Wirtschaftsförderung. Wir sagen Nein zu einer Hinterzimmerpolitik, aus der der Rat als demokratische Institution und Kontrollgremium ausgeschlossen ist.

Wir fordern, dass diese Aufgaben durch eine öffentlich-rechtliche Gesellschaftsform bearbeitet werden. Nur so ist auch ein Sozialticket für das Bautz möglich, damit alle Menschen die Chance haben, an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, ohne dass die Dicke der Brieftasche über die Teilnahme entscheidet.