Die Verwaltung geht davon aus, mithilfe eines Energiemanagementsystems und eines Energiemanagers, einen erheblichen Teil der kommunalen Ausgaben und CO2 Emissionen minimieren zu können. Doch die Politik hat ihre Zweifel daran – sie diskutierte das Für und Wider; forderte mitunter die Suche nach Alternativen. Am Montagabend (25. September) stimmten zwar 16 Ratsmitglieder dafür, doch hielten 13 dagegen und vier enthielten sich. Nun gilt’s weiter auf politischer Ebene zu diskutieren, welchen Weg die Stadt Halver in eine umweltschonende Zukunft einschlagen kann.
„Ich bin noch lange nicht überzeugt“
„Ich bin noch lange nicht überzeugt“, sagte Dr. Sabine Wallmann (UWG) nach der Präsentation von Karla Luchterhandt. Die Klimaschutzmanagerin präsentierte die Vorzüge, die ein Energiemanager haben könnte und verdeutlichte, dass sie als Klimaschutzmanagerin keineswegs diesen Mehrwert bieten könne. Sie betonte, dass die neue Stelle zudem förderfähig sei, man dem Manager aber auch ein gutes Jahr Zeit geben müsse, sich einzuarbeiten.
Sabine Wallmann glaubte nicht, „dass uns das weiterbringt und man dann noch am wahrscheinlichsten jemanden findet, der gerade von der Uni kommt. Unsere Leute im Bauamt kennen die Gebäude der Stadt doch am besten.“ Sie brachte eine interkommunale Zusammenarbeit – etwa mit Kierspe und/oder Schalksmühle ins Spiel. Der gemeinsame Aufbau eine Managementsystems sei eine denkbare Lösung. Auch Enervie habe ihrer Kenntnis nach signalisiert, beratend zur Seite zu stehen.
Das wiederum sah Dr. Jana Schrage (Grüne) kritisch: Einervie sei kein eingetragener Verein und wolle sicher auch Geld verdienen. Sie mahnte indes an, dass sich die Stadt zu spät um die förderfähige Stelle bemühe – das Programm gebe es bereits seit 2022. Ob die Stelle auch im kommenden Jahr noch förderfähig ist, steht laut Luchterhandt noch nicht fest. „Es ist für uns alle überlebenswichtig, möglichst schnell CO2 zu sparen und zwar an jeder Ecke und jedem Ende“, so Schrage. Dies sei die Aufgabe jeder Einzelperson und jeder Kommune; man könne sich nicht vom Bund vorschreiben lassen, „was wir mit unseren Gebäuden machen.“
„Habe große Schwierigkeiten mit dem Thema“
Zuvor betonte Sascha Gerhardt (FDP) nämlich, ebenfalls große Schwierigkeiten mit dem Thema zu haben und ordnete dies als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ein, die interkommunal zu bestellen sei. „Das sprengt den Rahmen. Was soll das für unser Land bedeuten, wenn alle 396 Kommunen in NRW einen Energiemanager einstellen?“ Das könne nicht der Weg sein, wie die Politik mit dem Steuergeld operiere.
Marvin Schüle (CDU) konnte sich ad hoc im Namen seiner Fraktion ebenfalls eher mit der groben Idee für eine interkommunale Zusammenarbeit anfreunden. „Wir tun uns schwer“, kommentierte er den Vorschlag der Verwaltung. Bürgermeister Michael Brosch verwies vor dem Votum nochmal darauf, dass die Stadt der Politik diesen Vorschlag mache, weil sie den Aufbau eines Energiemanagements und den Einsatz eines Energiemanagers für ökologisch und ökonomisch sinnvoll halte.
Zum Schluss entschied sich das Gremium dafür, den für Halver richtigen Weg noch genau in politischen Gremien auszuloten.









