Beim „Tag der Ehrungen“ des Halveraner Löschzugs Stadtmitte schwingt traditionell viel Geselligkeit mit. Hier sind Vertreter anderer Hilfsorganisationen gern gesehene Gäste und auch am Samstag kamen zahlreiche Kameradinnen und Kameraden in das Gerätehaus an der Thomasstraße. Doch in diesem Jahr war Melancholie spürbar.
Ein Wechsel an der Führungsspitze des Löschzuges 1 stand an – und nicht nur das: Zugführer Christoph Seibert übergab nicht nur sein Amt an seinen Nachfolger Manuel Jhuj, sondern hängt seine Uniform ganz an den Nagel. Das aber betont nicht im Streit, sondern aus Gründen der persönlichen Belastbarkeit. Einfacher wurde der Abschied nach sechsjähriger Leitung des Zuges nicht.

Auch sein Stellvertreter gibt den Staffelstab weiter, doch Michael Kind bleibt der Feuerwehr auch in Zukunft erhalten. Seine Aufgaben als stellvertretender Zugführer wird nun Tobias Starke wahrnehmen. Michael Kind stand sogar zwei Amtszeiten von je sechs Jahren in der Stellvertreter-Position. Auch seine Beweggründe liegen im Wunsch, aus persönlichen Gründen etwas kürzer zu treten.
Mit Seibert und Kind verlassen zwei Urgesteine der Halveraner Wehr die Leitungsebene des Löschzuges Stadtmitte und sprachen ihrer Mannschaft eine Menge Lob und Dankbarkeit aus. „Standing Ovations“ folgten als Reaktion, auch Dankesworte von Bürgermeister Michael Brosch oder Gästen wie THW-Zugführer Matthias Oelke.
Dieser betonte die außerordentliche gute Zusammenarbeit zwischen den Halveraner Hilfsorganisationen, und wie sehr diese durch Christoph Seibert und Michel Kind geprägt worden sei. Ein Symbol dafür ist die Beschriftung des seitens der Stadt Halver neu angeschafften Stromaggregates. Der Anhänger mit dem Notstromgenerator war nach der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr sehr kurzfristig angeschafft worden und trägt die Logos von Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes sowie des Technischen Hilfswerkes.


Das Vertrauen in die Nachrückender Jhuj und Starke ist groß, beide sind natürlich keine unbeschriebenen Blätter bei der Halveraner Wehr. Sie genießen eine Menge Einsatzerfahrung sowie Rückhalt bei den Kameradinnen und Kameraden. Christoph Seibert wird indes mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, aber auch mit den gewachsenen Anforderungen in seinem Industriebetrieb. Ihm fällt der Abschied trotz aller Fröhlichkeit und sicherlich auch Erleichterung schwer: „Etwa ein Jahr habe ich darüber nachgedacht“, erklärt er seine Entscheidung. Für ihn sei das Ehrenamt nach seinen persönlichen Ansprüchen nicht mit eigener Firma und Familienleben auf Dauer vereinbar. Eine Kurzschlussreaktion war diese Entscheidung nicht – wohl aber eine, die dem nun ehemaligen Zugführer beim Abschied auch ein Tränchen abverlangt.
Ein ausführlicher Bericht zum Tag der Ehrungen folgt. Darin auch die Erklärung, warum als Abschiedsgeschenk ein „Mettbrötchenkalender“ gestaltet wurde und wer für seine Leistungen geehrt und befördert worden ist.









