Aktuell leben auf dem Hof Weustermann in Brenscheid 340 Hühner. Für sie gibt es nicht nur einen Stall, sondern vor allem auch ein Hühnermobil, quasi ein Wohnmobil für Hühner, und das ist ein richtiger Hingucker. In den vergangenen Wochen wurde es von den Künstlern von Sprühliebe kreativ gestaltet. Es steht jetzt auch nicht mehr in Herlsen, sondern in Brenscheid in Hofnähe. „Durch das Graffito sparen wir uns die Plakate, die wir bisher als Information hatten. Aber die sind immer weggeflogen. Wir wollten damit auch gerne das Traditionelle der Landwirtschaft mit der Moderne der Sprühkunst kombinieren“, erzählt Regina Weustermann. Daraufhin habe sie im Internet veröffentlicht, dass sie eine Fläche für ein Graffiti-Projekt zur Verfügung stellt. Das Team aus Menden meldete sich, um dem aktuellen Praktikanten, eine Möglichkeit zu bieten. „Wir bekamen im Vorfeld verschiedene Vorschläge und das hat uns einfach am besten gefallen“, sagt die Landwirtin.

Eigentlich dürfte Regina Weustermann von ihren Gegebenheiten viel mehr Hühner halten. Aber sie hat sich bewusst dazu entschieden, weniger Tiere unterzubringen. „Das Problem ist, dass sich Hühner in der Regel nicht weiter als 150 Meter vom Stall entfernen, zu groß ist die Angst vor Greifvögeln und Füchsen“, erklärt Regina Weustermann. So mache es gar nicht unbedingt Sinn, eine Fläche von mehreren Hektar freizugeben. „Kühe und Pferde laufen weit. Für die sind große Flächen ideal. Hühner aber nicht. Daher stellen wir das Hühnermobil immer wieder um, um die Flächen zu nutzen. Mehr Hühner gehen für uns trotzdem nicht, weil der Aufenthaltsbereich der Hühner einen kleinen Radius hat und somit die Hühner nicht mehr Platz haben – egal wie viel Raum wir ihnen geben“, erläutert sie die Problematik.
Hühner sind übrigens alles andere als unanspruchsvoll. Unter perfekten Bedingungen legen sie 280 Eier im Jahr. Das ist jedoch abhängig von Rasse, Futter und Klima. „Hühner mögen keine Hitze, keine Kälte und keine Nässe. Das Wetter wirkt sich direkt auf die Legeleistung aus“, erklärt die Landwirtin. Besuchern auf dem Hof erklärt die Landwirtin auch, dass der Popo des Huhns Kloake heißt und darin ein äußerst komplizierter Trenn- und Verschlussmechanismus steckt. Denn neben Kot kommt da auch das Ei raus. Wenn das gelegt wird, ist es außerdem warm. Es hat etwa Körpertemperatur.

Auf dem Hof leben überwiegend Riesen Brahma. Bis zu acht Kilo kann ein Hahn dieser Rasse wiegen. Neben Größe und Gewicht sind vor allem die gefiederten Beine charakteristisch. „Wir haben uns bewusst für eine sehr schwere und große Rasse entschieden. Denn Greifvögel sind auch hier ein Thema. Von so großen Tieren halten die sich eher fern“, erklärt die Landwirtin. Allerdings geht der Plan noch nicht ganz auf. Denn gerade in Zeiten wie diesen, in denen natürliches Futter noch nicht in Fülle gegeben ist, probieren sie es trotzdem immer mal wieder bei den Hühner. „Das ist auch einer der Gründe, warum wir die Hühner nicht mehr in Herlsen haben. Hier können sie sich unter den Pappeln unterstellen und sind vor den Greifvögeln geschützt“, berichtet Weustermann.
Ostereier färben braucht Regina Weustermann nicht. Die Hühner legen Eier in verschiedenen Farben. Das sei rasseabhängig. Grüne Eier seien besonders beliebt, da sie weniger Cholesterin enthalten.










