Der Vorstand wusste es schon lange, sonst allerdings niemand. Bekannt war, dass der Niederländer Roel van Wijlick im Auftrag des Hegerings zwei neue Holzskulpturen für den Wiblingwerder Waldlehrpfad erstellte. Dafür war er im Januar nach Wiblingwerde gereist. In zwei dicke Eichenstämme sägte er mit der Kettensäge Tiere und zwei große Figuren. „Es sollte ein Geheimnis sein, wer darauf zu sehen ist. Damit wollen wir zwei ganz besonderen Menschen Danke sagen“, erklärte der Vorsitzende Torsten Pühl.
Einer der Stämme wurde am grünen Klassenzimmer postiert. Und dort wird auch das erste Geheimnis gelüftet. In den Stamm wurden nämlich nicht nur ein Rabe und ein Wildschwein geschnitzt, sondern auch ein Bild von Karl-Heinz Tacke. Er ist einer der Gründerväter des Waldlehrpfades. Tausende Kinder hat er bereits über den Waldlehrpfad geführt. Der Weg und die Natur sind sein ganz großes Herzensprojekt. Und auch, wenn er mittlerweile nur noch selten dabei ist, da die Gesundheit nicht mehr ganz mitspielt, ist er immer noch mit Leidenschaft ein Wald-Lehrer. Und während Torsten Pühl ihm dankt und eine kleine Laudatio auf den Mann hält, der den Waldlehrpfad mit Leben gefüllt hat, ist Karl-Heinz Tacke schon mit den Gedanken ganz woanders.
„Seht ihr die schwarze Knospe. Daran erkennt man die Esche – auch wenn die Blätter längst abgefallen sind“, erklärt er Linda Gesseler, Schriftführerin des Hegerings. Tacke erklärt und erklärt. Das ist ihm offenbar wichtiger, als eine Figur, die eine große Ähnlichkeit mit ihm hat. „Bisschen klein und alt sieht sie aus“, sagt Tacke lachend. Doch dass ihm der Hegering damit eine große Ehre und Freude bereitet, kann er nicht verbergen. Sichtlich gerührt ist er, als die Jagdhornbläser auf seinen Wunsch eine Jagdmelodie anstimmen.
Fotogalerie zum Fest:














Nicht nur die Figur bereichert das grüne Klassenzimmer. Der Hegering hat noch mehr geplant: Zukünftig soll es von dort aus einen neuen Weg geben, damit Gruppen die Möglichkeit bekommen, eine kürzere Route zu wählen. Bisher war eine Tour zwei, bis zweieinhalb Stunden lang. Gerade für Gruppen mit kleineren Kindern war das schlicht zu lang. „Jetzt kürzen wir ab. Damit die Tour auch spannend bis zum Schluss bleibt“, sagt Walter Strüning, der aktuell die Gruppen über den Pfad führt.
Vom grünen Klassenzimmer ging es weiter in Richtung Einfahrt zum VCP-Heim. Dort steht eine zweite Figur. Auch dort wird einem ganz besonderen Waidmann gedacht: Udo Kalthoff. Der Wördener, der 2021 starb, hat große Spuren im Hegering Altena hinterlassen. Von 2004 bis 2013 leitete er die Geschicke des Vereins. In diese Zeit fällt unter anderem die Errichtung des Waldlehrpfades. Kinder und Jugendliche für die Natur zu begeistern, war ihm wichtig. Denn wer die Natur kenne, der schütze sie auch. Überhaupt lag ihm Nachwuchsarbeit am Herzen. Etliche Jäger haben unter ihm ihren Jagdschein gemacht und lernten ihn als offenen und vor allem äußerst fairen Lehrmeister kennen, der auch Neuerungen und modernen Ansichten offen gegenüber stand – sofern Jäger, Tier und Natur davon profitierten. Unter anderem war er Träger der silbernen Verdienstnadel des Landesjagdverbands und seit 2020 auch Träger der goldenen Ehrennadel des Landesverbandes. Privat liebte er an der Jagd vor allem seine „Hünnekes“. In die Ausbildung seiner vierbeinigen Begleiter investierte er Zeit und Liebe. Und so ist auch nicht nur er mit seiner markanten Brille in den Stamm geschnitzt, sondern auch sein geliebter vierbeiniger Partner Ari.









