In seinem Forstbezirk Nachrodt-Wiblingwerde gebe es derzeit Kahlflächen von rund 500 Hektar. So etwas habe es noch nie zuvor gegeben. Schuld ist der Borkenkäfer. Die Fichte ist nahezu nicht mehr vorhanden. Und nun kommt es noch dicker: Auch die Buchen sind in einem schlechten Zustand. Die ersten Bestände müssen bereits gefällt werden. Dies ist insbesondere auf Kuppenlagen der Fall, wie derzeit beispielsweise in Rennerde und in Veserde im Bereich der Windräder. „Die Buchen haben einen Pilz. Durch die Trockenheit waren die Bäume angreifbar und es geht sehr schnell, dass sie absterben und die Kronen ausbrechen“, erklärte Schäfer. Die Veränderungen im Wald hätten auch unmittelbaren Einfluss auf die Jagd.
„Nun geht es an die Aufforstung. Ich kann nur an Sie appellieren, mich anzusprechen. Noch können wir auf Wünsche eingehen und Ihre Bedürfnisse bei der Planung berücksichtigen“, appellierte Schäfer an die Anwesenden. So könnten bei Anpflanzungen beispielsweise Schussschneisen berücksichtigt werden. Fakt sei, die Flächen müssten bejagbar sein, denn nur so könnten sie geschützt werden. Ist der Wilddruck zu hoch, kommt es vermehrt zu Ausfällen durch Verbiss und sogenannte Fegeschäden. Fegeschäden entstehen, wenn die Böcke ihren Bast vom Gehörn abreiben. Das ist eine behaarte Hautschicht, unter der sich ein neues Geweih bildet. Während des alljährlichen Wachstums des Geweihs, wird es über den Bast mit Nährstoffen versorgt. Um überhaupt erst einmal einen Überblick über den Wilddruck zu bekommen, wird Schäfer an einem sogenannten Verbissmonitoring teilnehmen. Dabei wird untersucht, welche und wie viele Pflanzen beschädigt sind und wo Handlungsbedarfe bestehen.

Da die letzte Versammlung aufgrund von Corona erst im September des vergangenen Jahres stattfand, gab es nicht allzu viel seitens des Vorstands zu berichten. Der Vorsitzende Torsten Pühl lud für den 31. August zu einem gemeinsamen Schießen auf dem Schießstand Spielwigge ein. Wie wichtig die Teilnahme an solchen Veranstaltungen ist, machte Schieß-Obmann Siegmund Gehring deutlich: „Es gibt Leute, die wollen Freitags den Schießnachweis machen, weil sie Samstag zur Jagd wollen.
Ich kann nur jedem sagen, nutzt das Angebot dort. Geht dahin und schießt und nicht nur kurz vor knapp.“ Wer behaupte, das sei zu teuer, dem erklärte Gehring, dass es extra eine Schießstand Munition gebe, die etwa 1,50 Euro koste. Was es jedem Wert sein solle. „Das klingt nach Meckerei – das ist auch genauso gedacht. Das ist nicht in Ordnung, so schlecht vorbereitet auf Wild losgelassen zu werden. Da gibt es Leute, die schießen acht Mal und drei Mal davon wird irgendwie das Ziel getroffen. Die restlichen Kugeln landen irgendwo“, monierte der Obmann.

Deutlich zufriedener ist Walter Strüning, Obmann für die Öffentlichkeitsarbeit. Er selbst war im Urlaub, daher las der zweite Vorsitzende Johannes Pühl den Bericht vor. Insgesamt gab es 16 Führungen über den Waldlehrpfad mit insgesamt 456 Teilnehmern. Zudem gab es Führungen in Rennerde in Kooperation mit Schmitz Pferdeerlebnishof. Dabei ritten die Kinder auf Ponys und Strüning erklärte die Geheimnisse der Natur. Die rollende Waldschule war zudem beim Ortsteilfest am Breitenhagen und beim Sommerfest des Hegerings am Großendrescheid im Einsatz. Für 2023 sind aktuell fünf Gruppen angemeldet mit insgesamt etwa 150 Personen. Am Waldlehrpfad in Wiblingwerde werde in den kommenden Wochen auch einiges passieren. Unter anderem werden dort die Figuren eines holländischen Künstlers aufgestellt, die der Hegering in Auftrag gegeben hatte.
Im Bereich Hunde gab es keinen Bericht. Obmann Hubertus Bertram ließ sich entschuldigen. Aus gesundheitlichen Gründen könne er das Amt zukünftig auch nicht mehr wahrnehmen. Daher soll nun ein neuer Obmann gesucht werden. Interessierte können sich beim Vorstand melden.
Erfreut zeigte sich der Vorstand über drei neue Jungjäger. Im Rahmen der Versammlung wurden Maike Ludwig, Patrick Rubbel und Dominik Wrede in den Hegering aufgenommen. Zudem wurden Heinz Hansmeier (50 Jahre), Jürgen Gruß (40 Jahre) und Berit Dresel (25 Jahre) für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Die Hegemedaillen gingen an Torsten Pühl, Dominik Wrede und Wolfgang Feiser.










