Lüdenscheid. In der Einrichtung oberhalb von Gevelndorf leben Kinder und Jugendliche, die aufgrund massiver Krisen nicht in ihrer Familie leben können. Das SOS-Kinderdorf bietet ihnen vielfältige Hilfen in einer liebevollen Umgebung. Was das Kinderdorf ausmacht, wie es aussieht und wie hier gearbeitet wird, das konnten Besucherinnen und Besucher am Samstag beim Tag der offenen Tür erfahren.
Leiterin Gabi Polle freute sich über zahlreiche Gäste. Darunter befanden sich auch viele Ehemalige. Daneben war auch Prominenz erschienen. Bürgermeister Sebastian Wagemeyer, stellvertretender Landrat und Ralf Schwarzkopf MdL (CDU), Gordan Dudas MdL (SPD) und Nezahat Baradari MdB (SPD), Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes (DSKB) und SPD-Bundestag, statteten der Veranstaltung einen Besuch ab.
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Superstar war aber die Maus, bekannt aus den beliebten Lach- und Sachgeschichten – eine der beliebtesten Kindersendungen im deutschen Fernsehen. Sie wurde gleich von den Mädchen und Jungen umringt, ließ sich berühren und posierte für Fotos.
Das Motto der Veranstaltung lautete „Lasst uns (etwas) bewegen“. „Wir wollen nach fünf jahren Dauerkrise den Kopf nicht in den Sand stecken und weiter viel bewegen“, sagte SOS-Kinderdorfleiterin Gabi Polle bei der Begrüßung. Sie dankte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und die Arbeit, die sie in die Vorbereitung der Veranstaltung gesteckt hatten. Ein Dankeschön ging auch an alle Kooperationspartner, darunter auch die Deutsche Bank Lüdenscheid und den Persona-Service. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Unternehmen unterstützten am Samstag das Team von SOS-Kinderdorf bei der Gästebetreuung.

Bürgermeister Sebastian Wagemeyer dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Leidenschaft und das Engagement, mit dem sie Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen. Kindern und Jugendlichen sei während der Corona Pandemie viel abverlangt worden. Jetzt müsse die Gesellschaft bereit sein, mehr Geld zur Verfügung zu stellen, um Kindern und Jugendlichen etwas von ihrer Solidarität zurückzugeben.
Nezahat Baradari, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes und Kinderärztin stellte fest, dass die Corona-Pandemie bei vielen Kindern und Jugendlichen körperliche und psychische Auffälligkeiten hinterlassen habe. Das müsse schnellstens aufgearbeitet werden. „Hier haben wir noch viel zu tun,“ sagte sie in ihrem Grußwort. Allerdings sei es schwierig, entsprechende politische Forderungen durchzusetzen. „Kinder haben eben keine Lobby“. Hier leiste der Kinderschutzbund wichtige Arbeit.
Nach den Grußworten startete das Bühnenprogramm mit einem Auftritt der Kindertanzgruppe der Tanzschule S., die anschließend alle jungen Gäste zum Mittanzen aufforderte. Eine weitere Tanzdarbietung einer „kunterbunten Kindergruppe“ aus dem Kinderdorf rundete am Nachmittag die Aufführungen ab.
Ein Besucherhaus lieferte Einblicke in das tägliche Leben im SOS-Kinderdorf Sauerland, und wer sich für die Geschichte, Zahlen und die aktuellen Angebote des Dorfes interessierte, der konnte sich einen von drei Bild-Vorträgen der Bereichsleiterinnen und -leiter ansehen. Interessierte erfuhren hier auch etwas zur Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und dem Teamgedanken im SOS-Kinderdorf.
Imbissstände sowie zahlreiche Spiel- und Bastelangebote erstrecken sich über das komplette Kinderdorf-Gelände. Wer sich mit einer Laufkarte auf den Weg durchs Dorf machte und hierbei mindestens sieben Stempel bei den verschiedenen Stationen sammelt, der erhielt anschließend am Eingang eine kleine Belohnung für seinen Bummel.

Info: Die pädagogische Arbeit im SOS-Kinderdorf Sauerland begann vor rund 50 Jahren. In den Anfängen der sechziger und siebziger Jahre waren die SOS-Kinderdörfer ausschließlich davon bestimmt, dass eine SOS-Kinderdorfmutter mit bis zu neun Kindern in einer Kinderdorffamilie lebte. 1966 zogen die ersten SOS-Kinderdorfmütter und Kinder ein. In den folgenden Jahren baute das SOS-Kinderdorf Sauerland sein Angebot stets aus: Neben dem Kernangebot der Kinderdorffamilien und der stationären Hilfe zur Erziehung wurden zahlreiche pädagogische Angebote etabliert, die Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien in Krisensituationen oder bei Schulproblemen boten und auch jenseits der Grenzen des SOS-Kinderdorfs viel Zuspruch fanden.










