Am Freitag, 22. September, besuchte Kadel nun auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge das Golddorf, um bei einem Vortragsabend den Besuchern wertvolle Impulse mitgeben zu können. Der Eintritt war frei – eine Spende war gern gesehen – und so war es nicht verwunderlich, dass alle Bänke und auch Stühle der Kirche schnell belegt waren. Sein Thema des Abends „Burn on – wie wir mit Begeisterung leben“ schien eine ältere Zielgruppe anzusprechen, die sich scheinbar Tipps zu genau diesem Thema erhofften.
Bevor Kadel in seinen Vortrag startete, interviewte Moderator Timo Groß den ehemaligen Profifußballer Daniel Rosin – mittlerweile ein Halveraner. „Das man für seine Tätigkeit mit Begeisterung brennt ist sehr wichtig, sonst kommt man da nicht hin“, machte er deutlich, was sein Rezept zum Erreichen seiner Ziele war.
David Kadel lockerte seinen Vortragsabend mit humoristischen Elementen auf, wie Geschichten aus seiner neuen Wahlheimat Aachen und dem Fakt, dass er Perser ist. „Die Inhalte meines Vortrages behandeln durchaus ernste Themen“, erklärte er und machte im gleichen Atemzug jedoch deutlich, dass er versucht eine gewisse Lockerheit mit einzubauen.
„Deutschland ist eine Erschöpfungs- und Überforderungsgesellschaft und Soziologen empfehlen uns mehr Dinge zu machen, die einen berühren“, fand der Mentaltrainer kritische Worte und brachte als Beispiel die Werbekampagne eines bekannten internationalen Fluganbieters, der damit geworben haben soll, dass es im Flugzeug 1400 unterschiedliche Kanäle gebe. „In Deutschland schauen wir im Durchschnitt fünfeinhalb Stunden täglich Fernsehen und jetzt überlegen Sie mal, was Sie vorgestern geschaut haben“, gab er zu bedenken und erklärte damit, dass Reizüberflutung für ihn die größte Pest sei. Die Besucher brachte er mit folgenden Fragen und Statements ins Grübeln: „Was macht dich stark?“, „Was willst Du mit Deinem Leben bewirken?“, „Tut das gut, was Du tust?“, „Du musst das nicht denken!“, „Worüber definierst Du Dich?“, „Geben macht glücklicher als Nehmen!“.
Die Stimmung in der Kirche wurde sehr demütig als er von seinem Experiment erzählte, das er seit Anfang des Jahres ausprobiere. „Ich lebe dieses Jahr so, als wäre es mein letztes Jahr und sage mir immer: oh, mein letzter Frühling, mein letzter Sommer.“ Er baut dieses Experiment auf Steve Jobs Zitat „Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre, würde ich das tun wollen, was ich für heute geplant habe? Wenn die Antwort auf diese Frage zu viele Tage hintereinander „Nein“ ist, dann weiß ich, ich muss etwas ändern.“ auf.
Er schloss mit den Worten „Möge die Inspiration mit Ihnen sein“ und die Zuhörer bedankten sich mit langanhaltendem Applaus bei ihm.
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