Zwischenzeitlich hatte der 1996 gegründete Verein für Kommunikation und Kultur (KUK) Lesungen mit in sein Programm genommen. Lange Vorlauf- und Planungsphasen beim KUK-Programm machten es schwierig, spontan auf Neuerscheinungen oder Bestseller zu reagieren. Wolfgang Schmitz war das System zu unflexibel. Er sieht mit dem Revival der Literaturtage bessere Möglichkeiten aktuelle Trends aufzugreifen. Somit könnten bekannte Autoren auch kurzfristig nach Meinerzhagen geholt werden.
Der Weg sei mit KUK abgesprochen, so Schmitz. „Die Kooperation geht weiter“. Da ist sich KUK-Vorsitzender Rolf Muck sicher. Man werde bei Lesungen weiterhin zusammenarbeiten und sich abstimmen. So seien für das nächste Halbjahresprogramm auch wieder zwei Lesungen vorgesehen. Die Literaturtage waren auch einen Keimzelle für den KUK-verein. Wolfgang Schmitz und Karin Leßmeier hatten Anfang der 1990-er Jahre die Literaturtage initiiert.

Prominente Autoren wie Max von der Grün oder der Befreiungstheologe Ernesto Cardenal waren schon vor der KUK-Gründung zu Gast in Meinerzhagen. – Sponsoring machte das möglich. „Die Volksbank hat dafür die Basis geschaffen“, erinnert sich Wolfgang Schmitz. Später kamen weitere Geldgeber hinzu.
Ein „Arbeitskreis Literatur“, der Autorenlesungen organisieren sollte, war am 1. Oktober 1996, wenige Tage nach der KUK-Gründung eines der ersten Themen des neuen Vereins. Das Format „KUK-Lesung“ wurde zum festen Bestandteil des Programms.
Erste Zusagen
Jetzt leben die Literaturtage wieder auf. Sie könnten ein neuer Kick für die Kulturszene sein. „Zwei bis drei Lesungen pro Halbjahr“ will Schmitz im neuen Format gemeinsam mit der Stadtbücherei organisieren. Zwei Termine sind bereits fix. Jörg Hartmann, knurriger Kommissar aus dem Dortmunder „Tatort“, kommt am 14. April in die Stadthalle. Er liest aus seinem neuen Buch „Der Lärm des Lebens“. Darin erzählt er „auf hinreißende Weise seine Geschichte und die seiner Eltern und Großeltern. Es ist eine Liebeserklärung an die Kraft der Familie – und an den Ruhrpott“, heißt es in der Ankündigung des Rowohlt-Verlages.

Aktuell hat zudem der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2023, Tonio Schachinger, zugesagt. Er kommt am 6. Juni zur Lesung in die Stadthalle. Sein preisgekröntes Werk „Echtzeitalter“ steht auf der Bestsellerliste. Einer weitere Überraschung hält Wolfgang Schmitz noch unter Verschluss, da die Verhandlungen noch nicht „in trockenen Tüchern“ sind. Nur soviel: es ist ein Grandseigneur des kritischen und aufklärerischen Journalismus.










