Die geplante Einschränkung des gesetzlichen Teilzeitrechts sorgt innerhalb der CDU für Kritik. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) im Ennepe-Ruhr-Kreis warnt vor sozialen Schieflagen und spricht sich klar gegen den Vorstoß der Mittelstands- und Wirtschaftsunion aus.
Die CDA im Ennepe-Ruhr-Kreis spricht sich deutlich gegen einen Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) aus, der beim kommenden CDU-Bundesparteitag am 20. und 21. Februar eingebracht werden soll. Ziel des Antrags ist es, das gesetzlich verankerte Recht auf Teilzeit deutlich einzuschränken. Die CDA warnt vor negativen Folgen für Beschäftigte und fordert stattdessen eine sachliche Debatte über bessere Arbeitsbedingungen.
„Trifft die Falschen“
Der Vorsitzende der CDA Ennepe-Ruhr und zugleich CDA-Bezirksvorsitzende, Christian Brandt, kritisiert insbesondere die Grundannahmen des Antrags. „Der Antrag arbeitet mit Unterstellungen und trifft am Ende die Falschen: Beschäftigte in belastenden Lebenslagen, Familien und Menschen in Niedriglohnbereichen“, erklärt Brandt. Wer Teilzeit pauschal als „Lifestyle-Entscheidung“ darstelle, verkenne die Lebensrealität vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und sorge für Spaltung innerhalb der Belegschaften.
Teilzeit selten freiwillige Bequemlichkeit
Nach Einschätzung der CDA entsteht Teilzeit in der Praxis nur selten aus freien Stücken. Häufig seien äußere Zwänge ausschlaggebend – etwa fehlende Kinderbetreuungsangebote, Pflegeverantwortung für Angehörige, gesundheitliche Einschränkungen oder schlicht ein Mangel an Vollzeitstellen. Diese Faktoren würden in dem Antrag nicht ausreichend berücksichtigt.
Bessere Rahmenbedingungen statt Einschränkungen
Um mehr Arbeitsstunden zu mobilisieren, brauche es nach Ansicht der CDA keine Einschränkung bestehender Rechte, sondern bessere Rahmenbedingungen. „Dazu zählen verlässliche Kinderbetreuung, eine tragfähige Pflegeinfrastruktur, Weiterbildungsmöglichkeiten und Arbeitszeitmodelle, die eine Rückkehr in Vollzeit ermöglichen und nicht durch pauschales Misstrauen abschrecken“, so Brandt.
Warnung vor neuen Ungerechtigkeiten
Kritisch sieht die CDA auch den Ansatz, Teilzeit nur noch in bestimmten Lebenssituationen – etwa bei Kinderbetreuung oder Pflege – zuzulassen. Eine solche Regelung würde neue Ungerechtigkeiten schaffen, warnt Brandt: „Dann müsste politisch festgelegt werden, bis zu welchem Alter eines Kindes oder ab welchem Pflegegrad Teilzeit als legitim gilt. Das kann und soll nicht Aufgabe der Politik sein.“
Bekenntnis zur Wahlfreiheit
Die CDA Ennepe-Ruhr bekennt sich klar zum Recht auf Teilzeit als Bestandteil moderner Arbeitswelten und fordert eine sachliche und differenzierte Debatte: „Teilzeit darf nicht pauschal mit Misstrauen begegnet werden, sondern muss Ausdruck von Wahlfreiheit bleiben“, erklärt die CDA.
Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft ist der Sozialflügel der CDU. Sie engagiert sich insbesondere in der Arbeitsmarkt-, Sozial-, Renten-, Pflege- und Gesundheitspolitik. Weitere Informationen sind online unter www.cda-bund.de zu finden.











